Überraschungswende im fall diabolik: angeklagter wird freigesprochen!

Rom – Ein dramatischer Umschwung im Fall um den Mord an Fabrizio Piscitelli, besser bekannt als „Diabolik“, dem ehemaligen Chef der Lazio-Ultras. Raul Esteban Calderon, der im ersten Gradigen Verfahren noch zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, wurde nun im Berufungsverfahren freigesprochen. Die Entscheidung erschüttert die Öffentlichkeit und wirft neue Fragen im Zusammenhang mit dem brutalen Verbrechen auf.

Ein urteil wird aufgehoben: die beweislage im fokus

Ein urteil wird aufgehoben: die beweislage im fokus

Die Geschworenen des Berufungsgerichts in Rom stuften die Beweise gegen Calderon als unzureichend ein und sprachen ihn wegen mangels Beweises frei. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor die Bestätigung des ursprünglichen lebenslangen Urteils gefordert, doch die Richter folgten nicht dieser Forderung. Die Verteidigung, vertreten durch Gian Domenico Ciazza und Eleonora Nicla Moiraghi, zeigte sich überglücklich: „Wir hatten uns das erwartet und waren von der Richtigkeit unserer Argumente überzeugt. Es gab nie belastende Beweise gegen Calderon.“

Im ersten Verfahren hatte die Verurteilung vor allem auf drei Indizien beruht: Zunächst die Identifizierung durch einen Überwachungsbildschirm, der eine Binde am Unterschenkel des Angeklagten zeigte, auf der ein Tattoo sichtbar war. Zweitens die anthropometrische Vergleiche zwischen Calderons Körperbau und der des Täters auf dem Bildschirm. Und schließlich Aussagen der Ex-Partnerin Rina Bussone, die Calderon beschuldigte, eine Schusswaffe nach einem gemeinsamen Raubüberfall besessen zu haben. Bussone, die mittlerweile als Zeugin in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft aussagt, hatte ihre Anschuldigungen gegen Musumeci im Programm „Belve Crime“ wiederholt.

Doch Calderon kommt nicht frei: Ein weiteres lebenslanges Urteil Trotz des Freispruchs im „Diabolik“-Fall bleibt Calderon im Gefängnis. Er wurde bereits im März wegen des Mordes an Shehaj Selavadi, einem Mann albanischer Herkunft, der auf dem Strand von Torvajanica getötet wurde, zu lebenslanger Haft verurteilt. Auch Giuseppe Molisso, der als vermeintlicher Auftraggeber des „Diabolik“-Mordes gilt, wurde in diesem Fall verurteilt.

Der Fall wirft ein düsteres Licht auf die Welt der Ultras und die Gewalt, die oft damit einhergeht. Die Entscheidung des Berufungsgerichts mag für Calderon eine Erleichterung sein, doch die Frage nach der Wahrheit hinter dem Mord an Fabrizio Piscitelli bleibt weiterhin ungeklärt. Die Justiz muss nun sicherstellen, dass alle Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden, um den Opfern und ihren Angehörigen Gerechtigkeit zu verschaffen.