Überraschende schweizer erfolge: von deschwandens bronze bis zu friedens gold

Gregor deschwandens sensationelle bronzemedaille

Gregor Deschwanden sorgte bei den Olympischen Spielen für eine grosse Überraschung, als er am Montagabend auf der Normalschanze die Bronzemedaille gewann. Dieser Erfolg war unerwartet, da Deschwanden in der laufenden Weltcupsaison noch nicht seine Bestform gefunden hatte. Er sprang zweimal Schanzenrekord und teilte sich den dritten Platz mit dem Japaner Ren Nikaido. Dieser Tag war insgesamt ein herausragender für die Schweiz, die insgesamt vier Medaillen gewann.

Die überraschendsten schweizer medaillengewinne der letzten 20 jahre

Die überraschendsten schweizer medaillengewinne der letzten 20 jahre

Die Schweizer Sportgeschichte ist reich an unerwarteten Erfolgen. Wir werfen einen Blick zurück auf einige der überraschendsten Medaillengewinne der letzten 20 Olympischen Winterspiele. Diese Athleten und Athletinnen haben bewiesen, dass man auch als Aussenseiter zu Gold, Silber oder Bronze springen kann.

2006: Ambrosi hofmann – bronze im super-g

2006: Ambrosi hofmann – bronze im super-g

Ambrosi Hofmann fuhr in seiner Karriere lediglich sechs Weltcup-Podestplätze ein, davon nur zwei dritte Plätze im Super-G. Umso überraschender war seine Bronzemedaille im Super-G bei den Olympischen Spielen in Turin. Wegen schlechten Wetterbedingungen wurde der Start des Rennens um mehrere Stunden verzögert. Hofmann zeigte eine starke Leistung und landete hinter Kjetil André Aamodt und Hermann Maier auf dem dritten Platz.

2006: Martina schild – silber in der abfahrt

2006: Martina schild – silber in der abfahrt

Noch grösser war die Überraschung bei Martina Schild in der Abfahrt. Die heute 44-Jährige stand in ihrer gesamten Karriere nur einmal auf einem Abfahrtspodest im Weltcup. In Turin erreichte sie jedoch den zweiten Platz, hinter Michaela Dorfmeister und vor Anja Pärson. Auch Nadia Styger zeigte mit Platz fünf eine starke Leistung, verpasste aber knapp um eine halbe Sekunde die Medaille.

2006: Tanja frieden – gold im snowboardcross

Den krönenden Abschluss der überraschenden Olympischen Spiele 2006 bildete Tanja Frieden. Obwohl man ihr eine Medaille zugetraut hatte, rechnete niemand mit dem Gold. Die US-Amerikanerin Lindsey Jacobellis schien auf dem besten Weg zum Sieg zu sein, stürzte aber kurz vor dem Ziel nach einem riskanten Trick. Frieden nutzte diese Gelegenheit und sicherte sich die Goldmedaille. Es war eine unglaubliche Szene und ein unvergesslicher Moment für den Schweizer Sport.

2014: Eishockey frauen-nationalteam – bronze

Das Schweizer Frauennationalteam sicherte sich 2014 die Bronzemedaille, angeführt von einer hervorragenden Florence Schelling im Tor. Auf dem Weg zum Edelmetall besiegte die Schweiz im Viertelfinale Russland mit 2:0 und gewann im Spiel um Platz drei gegen die Eishockeynation Schweden. Dieser Erfolg bestätigte den dritten Platz der Schweizerinnen von der WM 2012, kam aber dennoch unerwartet. Seitdem wartet die Schweiz auf eine weitere WM- oder Olympiamedaille im Frauen-Eishockey.

2014: Nevin galmarini – silber im parallel-riesenslalom snowboard

Nevin Galmarini gewann 2014 Silber und vier Jahre später Gold. Obwohl der Goldgewinn von 2018 nicht mehr so überraschend kam, gehört der Silbergewinn von 2014 in diese Kategorie. In den Weltcup-Wintern 2012/2013 und 2013/2014 stand Galmarini im Parallel-Riesenslalom nie auf dem Podest. Umso wertvoller war die Medaille von Sotschi. Er qualifizierte sich dramatisch für das Halbfinale, besiegte dort Zan Kosir deutlich und sicherte sich die Silbermedaille. Im Finale war er gegen Victor Wild chancenlos.

2014: Sandro viletta – gold in der super-kombination

Sandro Viletta hatte im Weltcup nie grosse Erfolge erzielt, doch bei den Olympischen Spielen in Sotschi wurde seine Vielseitigkeit zum grossen Trumpf. In der Super-Kombination fuhr er sensationell zu Gold. Ivica Kostelic gewann Silber und Christof Innerhofer Bronze. Es war ein hochkarätiges Feld, das Viletta an diesem Tag bezwang, darunter auch Aksel Svindal, Bode Miller, Alexis Pinturault und Carlo Janka.

2022: Michelle gisin – bronze im super-g

Von Michelle Gisin waren der Schweiz an Grossanlässen Medaillen gewohnt, doch mit einer Medaille im Super-G hatte niemand gerechnet. Die Engelbergerin entwickelte sich im Laufe ihrer Karriere immer mehr zur Speedfahrerin, stand aber regelmässig nicht auf dem Super-G-Podest. In Peking änderte sich das jedoch. Mit nur drei Zehnteln Rückstand auf ihre Teamkollegin Lara Gut-Behrami sicherte sich Michelle Gisin die Bronzemedaille, vor Mirjam Puchner aus Österreich.