Türkei fliegt nach 180 minuten raus: wm-regel verhängt historisches debakel

Fertig nach zwei Spielen. Die türkische Nationalmannschaft ist nach 0:1 gegen Paraguay und 0:2 gegen Australien bereits vor dem letzten Gruppenspiel gegen die USA ausgeschieden – und das liegt nicht an schlechter Chancenverwertung, sondern an einer Regeländerung, die in Katar noch keinen interessierte.

Die regel, die alles verändert

Früher half ein dicker Sieg noch. 2022 hätte die Türkei mit einem 5:0 gegen die USA noch reichen können, wenn Paraguay und Australien patzen. 2026 reicht das nicht mehr. Die FIFA hat die Reihenfolge der Kriterien umgestellt: Erst der direkte Vergleich, dann erst das Torverhältnis. Türkei verlor gegen beide Konkurrenten, also sind selbst sechs Punkte am Ende wertlos.

Das bittere: Ein 10:0 gegen die USA würde die Tabelle nur optisch aufhübschen. Australien und Paraguay haben die Türkei bereits direkt bezwungen. Die Pleite sitzt tiefer als jedes andere Aus in der WM-Geschichte der Türkei.

Warum die fifa umdachte

Warum die fifa umdachte

Die neue Regel soll Gruppenphasen spannender machen. Teams, die sich im direkten Duell messen, sollen belohnt werden – und nicht jene, die sich in der Breite austoben. Die FIFA wollte Spektakel verhindern, die Türkei wurde zum ersten prominenten Opfer.

Die Spieler wussten es. Nach dem Schlusspfiff in Melbourne brach Kerem Aktürkoglu in Tränen aus: „Wir haben unser Land enttäuscht. Diese Regel macht es nur noch schlimmer.“ Trainer Vincenzo Montella schluckte sichtlich: „Wir dachten, wir hätten noch eine Chance. Dann kam die Erklärung des Delegierten. Das zerstört dich.“

Nicht mal die trostrunde rettet

Nicht mal die trostrunde rettet

Auch der Trostpreis „bester Dritter“ bleibt unerreichbar. Durch die zwei Niederlagen liegt die Türkei in Gruppe D mit 0 Punkten und -3 Toren auf dem letzten Platz. Selbst wenn vier Gruppen drittplatzierte Teams mit nur einem Punkt und katastrophalem Torverhältnis ins Achtelfinale einziehen – die Türkei wäre nicht dabei.

Das Flugzeug nach Istanbul startet früher als geplant. Die Fans buchen Umbuchungen. Die TRT kürzt die WM-Sendezeit. Ein ganzer Fußball-Nation feiert Sommerferien ohne Sommermärchen.

Die FIFA kann sich freuen: Die neue Regel wirkt. Nur fragt sich niemand, ob sie fair ist – erst recht nicht in Ankara.