Tuchel und die Three Lions: Von der WM-Hoffnung zur Titel-Saga!
Der harte winter des trainers
Thomas Tuchel (52) scheint den bevorstehenden Winter schon jetzt zu spüren. Nach dem Sieg gegen Albanien klagte er über die lange Wartezeit bis März, bis er seine Spieler wiedersehen kann. Diese Sehnsucht nach dem Spielfeld, nach der Nähe zu seinem Team, ist verständlich – besonders wenn man bedenkt, wie beeindruckend die bisherige Bilanz unter seiner Führung ist. Acht von acht gewonnenen WM-Qualifikationsspielen und dabei erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs ohne Gegentor! England ist der Top-Favorit für die WM 2026 in Nordamerika.
Expertenmeinung: england hat den besten kader
Experte Dietmar Hamann (52) ist begeistert: "England hat einen Spielerkader, den nur Frankreich in ähnlicher Form aufweisen kann. Tuchel hat genau das gebracht, was gebraucht wurde: er hat ein Team geformt, das besser ist als die Summe seiner Einzelteile." Früher hatten die Three Lions zwar immer die besten Spieler, doch Tuchel scheint das fehlende Kollektivgefühl endlich beseitigt zu haben. Seine pragmatische Herangehensweise und sein Fokus auf Teamgeist zahlen sich aus.
Pragmatismus und disziplin: tuchels erfolgsrezept
Tuchel setzt auf klare Regeln und Standards. "Mein Trainerteam und ich akzeptieren, dass bei einem Nationalteam nicht alles perfekt läuft“, erklärt er. Der Fokus liege auf dem Umgang miteinander, auf Hingabe und Einsatz. Er selbst setzt mit Stoppuhr und Pfeife im Training ein Zeichen. Durch zusätzliche Analysten, besonders im Pressing, hat England seine taktische Flexibilität deutlich verbessert. In der Kabine herrscht Selbstregulierung, angeführt vom Kapitän Harry Kane (32).
Die willkommenskultur und der teamgeist
Ein weiterer Faktor für den Erfolg ist Tuchels offene und einladende Art gegenüber neuen Spielern. Er hat eine Willkommenskultur geschaffen, die den Teamgeist enorm gestärkt hat. Trotz des Einsatzes von 37 verschiedenen Profis im bisherigen Jahr ist die Stimmung im Team besser als unter seinem Vorgänger Southgate. Der Verband unterstützt Tuchel dabei, indem er sich zu gesellschaftlichen Themen äußert, damit sich der Deutsche auf den Sport konzentrieren kann.
Bellinghams verhalten und die konkurrenz
Nicht alles läuft jedoch reibungslos. Jude Bellingham (22) sorgte nach seinem Auswechslung gegen Albanien mit Gesten der Frustration für Aufsehen. Tuchel reagierte direkt und betonte die Bedeutung von Respekt und Zusammenhalt. Auch die Konkurrenz im Mittelfeld ist groß, und Morgan Rogers (23) könnte ihm den Platz in der Startelf streitig machen. Es geht darum, wer im Pressing am wertvollsten ist, und Namen spielen keine Rolle, so Hamann.
Die herausforderungen vor dem turnier
Trotz des Erfolgs gibt es noch offene Fragen. Gegen Top-Teams konnte England unter Tuchel bisher nicht getestet werden. Außerdem steht die Frage nach einer Vertragsverlängerung an. Während Tuchel grundsätzlich offen dafür ist, warnt Hamann davor, Verträge vor einem großen Turnier zu verlängern. Die Fans waren beim Spiel gegen Wales zudem wenig begeistert. Der Druck steigt, und die Erwartungen sind enorm – besonders angesichts der bevorstehenden WM in Nordamerika. Wird Tuchel die Erwartungen erfüllen und England zum ersten Titel seit 1966 führen?