Tuchel setzt auf stahlmann: spence trotzt kieferbruch!

Ein Schock für viele, eine Überraschung für andere: Nationaltrainer Thomas Tuchel hat Djed Spence, den Rechtsverteidiger von Tottenham Hotspur, für die anstehende WM nominiert – obwohl dieser sich erst kürzlich einen Kieferbruch zuzog. Ein Schachzug, der für Aufsehen sorgt und die Frage aufwirft, wie viel Vertrauen Tuchel in den jungen Spieler setzt.

Maguire am boden, spence im wm-kader

Maguire am boden, spence im wm-kader

Die Kaderliste Tuchels ist ein Spiegelbild der aktuellen Form und der strategischen Überlegungen des Trainers. Während Harry Maguire, der etatmäßige Abwehrchef von Manchester United, die Entscheidung als „schockierend und am Boden zerstörend“ bezeichnete, winkt Spence die Chance, für sein Land zu spielen – trotz seiner Verletzung. Die medizinische Freigabe für Spence, der im wichtigen Saisonfinale gegen Everton auf dem Platz stehen konnte, unterstreicht seine Zähigkeit und seinen unbedingten Willen.

„Er kann auf beiden Seiten spielen, er spielt sehr intensiv, er ist in Form und er hat die Berufung verdient“, erklärte Tuchel über Spence, der sich im Ligaspiel gegen Chelsea den Kiefer brach. Diese Worte sind ein klares Bekenntnis zum 25-Jährigen, dessen Vielseitigkeit und Einsatzbereitschaft Tuchel zu schätzen wissen.

Doch die Personalentscheidungen Tuchels gehen weiter. Trent Alexander-Arnold, der Rechtsverteidiger von Real Madrid, fehlt ebenso wie der Spielmacher Cole Palmer von Chelsea im Kader. Letzterer wurde im Dezember noch von Tuchel für die Ballon d’Or-Vergabe auf Platz zwei gewählt – eine Entscheidung, die nun in einem anderen Licht erscheint. Die Nicht-Nominierung von Palmer deutet auf eine taktische Neuausrichtung hin, die nicht mehr mit dem Spielstil des jungen Offensivmannes harmoniert.

Die Lage in Tottenham ist angespannt: Sollte Tottenham am Sonntag gegen den FC Chelsea verlieren und West Ham gleichzeitig gegen Leeds gewinnen, würde dies den ersten Abstieg der Spurs seit 1977 bedeuten. Spence könnte also, trotz seiner Verletzung, in einem entscheidenden Spiel für seinen Verein auflaufen, bevor er sich der Nationalmannschaft anschließt. Ein dramatisches Szenario, das die WM-Vorbereitungen zusätzlich aufheizt.

Die Entscheidung Tuchels, Spence trotz seiner Verletzung zu nominieren, ist ein klares Signal: Es geht um Charakter, Einsatz und die Bereitschaft, über Schmerzen hinwegzuspielen. Ob sich dieser Schachzug am Ende als genial oder als riskant erweist, wird die WM zeigen. Aber eines ist sicher: Mit Spence im Kader hat England einen Spieler, der für Leidenschaft und Kampfgeist steht – Eigenschaften, die in jedem Turnier von unschätzbarem Wert sind.