Tuchel dirigiert england: so hält er die stars im griff
Foxborough – Thomas Tuchel, der neue Coach der englischen Nationalmannschaft, scheint seine taktische Reise in der Welt des Fußballs erfolgreich fortzusetzen. Mit einem Augenzwinkern verglich er seine Rolle bei der Leitung der Staroffensiven Englands mit der eines Dirigenten – und offenbar mit großem Erfolg.

Die kunst, musiker nicht zu stören
„Ein sehr berühmter Dirigent hat einmal gesagt, er wolle die Musik und die Musiker nicht stören. Genau das versuchen wir im Trainerteam zu tun“, erklärte Tuchel vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Ghana. Es geht darum, die Spieler in ihrer Kreativität zu fördern, ihnen den Raum zu geben, ihre individuellen Fähigkeiten auszuspielen, ohne sie in starre Strukturen zu pressen. Der Fokus liege darauf, sie zu ermutigen, „frei zu spielen“, so der frühere Bundesliga-Coach.
Besonders erfreulich für Tuchel war die rasche Reaktion der FIFA auf seine Kritik an der Position der Fotografen während der Nationalhymne. Die Situation, bei der er das Spiel gegen Kroatien aufgrund der Fotografenwelle vor der Wand nicht sehen konnte, hatte ihn sichtlich verärgert. Nun scheint sich das Protokoll geändert zu haben. “Wir haben das Protokoll richtig hinbekommen, und dafür bin ich sehr dankbar“, sagte Tuchel erleichtert. “Ich weiß, wo mein Platz morgen ist, und wir werden früh genug dort sein, um diesen besonderen Moment vor dem Spiel auf uns wirken zu lassen.”
Die Three Lions präsentierten sich bereits im ersten Gruppenspiel gegen Kroatien in beeindruckender Form, ein 4:2-Sieg, der die Stärke der Offensive unterstrich. Harry Kane, der Mann, um den sich so viel dreht, scheint sich unter Tuchel sichtlich wohlzufühlen. Ob Tuchel mit seiner „Nicht-Stören“-Philosophie und dem nun optimierten Blick auf die Nationalhymne tatsächlich die WM-Trophäe nach England bringen kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Der frühere Dortmunder und Münchner Trainer hat England gehörig aufgemischt.
