Tsv kottern: achterbahnfahrt der gefühle – rettung im visier?

Die Saison des TSV Kottern ist eine Achterbahnfahrt par excellence. Nach einem katastrophalen Start, der Trainer Martin Dausch das Amt kostete, schien sich das Blatt gewendet zu haben. Doch eine Serie von Verletzungen und mentalen Tiefs hat die Allgäuer wieder in die Schieflage gebracht. Kann das Team die Kurve kriegen und den Abstieg vermeiden?

Ein horrorstart und der weckruf

Die letzten Jahre verbrachte der TSV Kottern stets im oberen Mittelfeld der Bayernliga Süd. Der Beginn der aktuellen Saison war daher ein Schock: Fünf Punkte aus zehn Spielen, ein Trainerentlassung und die deutliche Erkenntnis, dass die Abwehr nicht funktionierte. Andreas Maier übernahm das Ruder und schloss die Schotten – im übertragenen Sinne. In den folgenden acht Partien vor der Winterpause ließ die Mannschaft nur noch durchschnittlich einen Treffer pro Spiel zu.

“Es war ein unterirdischer Schnitt”, räumte Maier ein. “Daher wollten wir die Schotten dicht machen und weniger Gegentore bekommen.” Das gelang, wenn auch nicht immer spielerisch brillant. Doch die Ergebnisse sprachen für sich, und zum Jahreswechsel lagen die Allgäuer nur noch einen Zähler hinter Ismaning, den direkten Nichtabstiegsplätzen.

Personelle misere und der erneute fall

Personelle misere und der erneute fall

Die Hoffnung auf eine sorgenfreie Rückrunde wurde jäh zerstört. Schon früh plagten Verletzungen und Ausfälle den Kader. “Es soll keine Ausrede sein”, betonte Maier, “aber die personellen Hiobsbotschaften waren brutal. So etwas habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt.” Schultereckgelenksprengungen, Bänderrisse und Muskelbündelrisse dezimierten die erste Mannschaft, sodass teilweise nur noch eine Handvoll Spieler zur Verfügung stand. Die U23 und U19 halfen zwar aus, doch der Abwärtstrend war unausweichlich.

Mentaler tiefpunkt und die bittere wahrheit

Mentaler tiefpunkt und die bittere wahrheit

Der ausgedünnte Kader war jedoch nur ein Teil des Problems. Maier sprach offen von einer fehlenden Mentalität: “Nach dem Spiel gegen Kirchanschöring gab es klare Worte von uns Trainern und vom Verein an die Mannschaft.” Das 0:3 in diesem Spiel verdeutlichte die Situation. Der Rückstand auf die rettenden Ufer wuchs auf zehn Zähler an – eine alarmierende Entwicklung.

Ein hoffnungsschimmer am horizont

Ein hoffnungsschimmer am horizont

Doch die Mannschaft zeigte nicht willenlos auf. Das 0:0 in Schwaig war ein erster Schritt in die richtige Richtung, das 1:1 gegen Landsberg ein weiterer. Besonders hervorzuheben ist der verdiente 4:0-Sieg gegen Schalding-Heining am Ostermontag – die beste Leistung unter Maier. Der Kapitän Matthias Jocham führte sein Team zu einem überzeugenden Sieg, der die Gefahr des direkten Abstiegs zumindest vorläufig genommen hat.

Die Achterbahnfahrt ist noch lange nicht vorbei. Ob der TSV Kottern es schafft, bis zum Saisonende bergauf zu fahren und die Plätze über dem Strich zu schnuppern, bleibt abzuwarten. Doch die jüngsten Leistungen geben Anlass zur Hoffnung – und zeigen, dass in dieser Mannschaft noch immer der Wille zum Kampf steckt.