Treibstoff-preise explodieren: diesel +20,9 %, und rom bittet brüssel um notfallhilfe

Die Zapfpistole wird zur Cash-Killer-Maschine. Seit Jahresbeginn kostet Diesel in Italien 34 Cent mehr pro Liter – ein Plus von 20,9 %. Benzin legte „nur“ 3 % zu, doch das beruhigt niemanden, der mit dem Lkw, Taxi oder Reisebus sein Geld verdient.

20 Cent entlastung reichen nicht – cgia fordert eu-notfall-klausel

20 Cent entlastung reichen nicht – cgia fordert eu-notfall-klausel

Rom reagierte prompt: bis 7. April werden die Mineralölsteuern um 20 Cent gesenkt, mit Mehrwertsteuer sind es fast 25 Cent. Für Lkw gibt es zusätzlich eine Steuergutschrift, gerechnet an den Februar-2026-Kosten. Die Handwerks- und Kleinbetriebsvereinigung Cgia aus Mestre lobt den Schritt – und lächelt bitter. „National allein schaffen wir das nicht“, sagt ihre Studienabteilung. Deshalb der Appell an Brüssel: Erlaubt jedem Land, die Energiesteuer zeitweise zu senken. Die Preise sind zu volatil, die Margen zu starr.

Die Zahlen sind gnadenlos. Ein 7,5-Tonner zahlt pro Tankfüllung 172 Euro mehr als am Silvesterabend. Macht aufs Jahr hochgerechnet 12.350 Euro zusätzliche Kosten – pro Fahrzeug. Davon betroffen: 68.000 Spediteure, 31.000 Taxi- und Mietwagenbetriebe, fast 3.000 Reisebusunternehmen und 203.000 Vertreter, die zwischen Agrigent und Zentralschweiz pendeln. 80 % der italienischen Waren rollen über die Straße. Wenn der Treibstoff kollabiert, kollabiert die Logistik – und mit ihr die Industrie.

Elektro ist keine Insel. Auch das Laden kostet 43 % mehr: von 70 auf 100 Euro pro Ladevorgang in nur 20 Tagen. Wer mit Festpreisverträgen fährt, kann die Mehrkosten nicht weitergeben. Taxitarife sind gebunden, Busunternehmer verhandeln gegen 1-Euro-Jobs. Die Kette der Ungleichbehandlung beginnt an der Tanke und endet auf dem Kundenbon.

Die Karte der Betroffenen zeigt ein anderes Italien. Emilia-Romagna führt mit 7,17 % aller „Strassenprofis“, gefolgt von den Marken (7,15 %) und dem Veneto (7,03 %). Bologna ist Spitzenreiter auf Provinzebene: Jede elfte Firma dort lebt vom Lenkrad. Rom (22.676 Betriebe), Mailand (19.438) und Neapel (15.857) sind die Megacity der Fahrerarmeen. Die Adria ist die Achse, die die Wirtschaft am Laufen hält – und gleichzeitig die erste, die spürt, wenn der Treibstoff zündelt.

Die Regierung in Rom kann die globalen Rohstoffmärkte nicht beliefern. Sie kann nur die Steuerschraube lockern. Doch wenn Brüssel Nein sagt, bleibt den 306.800 mobilen Kleinstunternehmen nur eins: länger arbeiten, später kalkulieren, schneller pleite gehen. Die nächste Tankfüllung kommt bestimmt – und sie wird teurer.