Trapani droht lizenzentzug – millionen-debatte vor dem fristenkollaps

Am 30. März muss Trapani vor dem italienischen Bundesgerichtshof erscheinen – und mit ihm die Frage, ob der Klub nach 20 bereits abgezogenen Punkten überhaupt noch in der Serie C spielt. Der Vorwurf: Irpef- und INPS-Raten vom August und September 2025 sind ausgeblieben, trotz Zahlungsplan mit der Finanzbehörde. Das Protokoll liegt, das Geld fehlt.

Das erste Urteil war ein Schlag ins Gesicht: fünf Punkte Abzug, dazu die vorherigen 15. Die FIGC-Staatsanwaltschaft hatte Ausschluss gefordert, Trapani legte sofort Beschwerde ein. Nun droht im zweiten Grad der Vollstreckerschlag: Lizenz entzogen, Saison beendet, Spielbetrieb ruht. Die Kammer will zügig entscheiden – Motivation in fünf Tagen, Verfahren um ein Drittel verkürzt. Es tickt.

Terminkollision mit nachspielzeit

Terminkollision mit nachspielzeit

Parallel kreist die Uhr: Bereits am 26. März verhandelt das Tribunal über die Februarraten. Siracusa erwartet weitere Minuspunkte (aktuell: sechs), Trapani könnte vertagt werden – maximal bis 10. April. Dann steht der Klub doppelt auf dem Prüfstand, denn die Delikte hängen zusammen wie Kette und Pedal: Beide Male dieselbe Forderung, dieselbe Leere auf dem Konto.

Präsident Giuseppe Antonini schweigt öffentlich, intern kursiert ein Sanierungsplan, der auf Sponsorengeld und TV-Vorauszahlungen setzt. Die Gläubiger warten seit Dezember. Die Spieler bekamen zuletzt nur Teilgehälter, die Kurve skandierte „Onore al Trapanese“, doch die Drohung kommt nicht aus der Nordtribüne, sondern aus Rom.

Fällt der Klub, wäre es das dritte Mal in fünf Jahren, dass ein sizilianischer Traditionsverein wegen Steuerschulden ausschert. Die Liga hätte eine Staffel mit 19 Teams, die Play-off-Pläne wäre Makulatur. Und die Fans? Die planen bereits ein Solidaritätsspiel – Stufe vier, Eintritt frei, Kollekte für die Rettung. Die Ironie: Das Stadion wäre voller, die Kasse leer.

Urteil 30. März, 10 Uhr. Ein Tag, der für Trapani über Zukunft und Vergangenheit entscheidet. Bleibt nur noch die Frage, ob die Richter dem Klub eine letzte Gelbminute gönnen – oder den Abpfiff zünden.