Transfer-poker in der abstiegszone: wer steht vor dem absprung?

Die Saison neigt sich dem Ende zu, und mit ihr rückt die nächste Transferphase immer näher. Während die Fans bangen, wer den Abstiegskampf gewinnt, tun sich hinter den Kulissen bereits die Planungen für die nächste Spielzeit auf. Ein genauerer Blick auf die Vertragssituationen der Teams in der Relegationsgruppe offenbart, wer möglicherweise schon bald einen neuen Arbeitgeber suchen könnte – und welche Klubs versuchen, noch lukrative Transfers zu realisieren.

Winterthur: abgänge und talente im fokus

Für den FC Winterthur sieht es düster aus. Der Abstieg in die Challenge League scheint besiegelt, und die Kaderplanung für die neue Saison läuft bereits auf Hochtouren. Besonders die Verträge von Stefanos Kapino und Loic Lüthi laufen 2027 aus. Lüthi, das talentierte Innenverteidiger-Duo, könnte den Verein im Sommer noch für eine attraktive Ablösesumme verlassen. Sein Marktwert ist unbestritten.

Kapino hingegen dürfte wohl kaum einen hohen Preis mehr einbringen, da sein Gehalt in der Challenge League schwer zu stemmen sein dürfte und sein Alter eine Rolle spielt. Auch Mirlind Kryeziu und Nishan Burkart könnten interessant für aufstrebende Klubs in der Super League sein, insbesondere für jene, die den Sprung in die höchste Spielklasse schaffen wollen. Die restlichen Spieler auf der Liste werden wohl den Gang ins Unterhaus antreten.

Grasshoppers: ein neustart ist unausweichlich

Grasshoppers: ein neustart ist unausweichlich

Bei den Grasshoppers steht ein umfassender Umbruch bevor. Die Ära des Rekordmeisters taumelt weiterhin, und kaum ein Spieler dürfte von einer Verpflichtung profitieren. Justin Hammel, dessen Vertrag ebenfalls 2027 ausläuft, wird wohl kaum in der Challenge League spielen wollen. Seine Leistungen in dieser Saison waren solide, und eine angemessene Ablösesumme ist durchaus realistisch.

Simone Stroscio, ein Eigengewächs, hat sich als unumstrittener Stammspieler etabliert und könnte bei einem Abstieg den nächsten Schritt in seiner Karriere machen. Die übrigen Spieler mit auslaufenden Verträgen werden voraussichtlich keinen hohen Marktwert erzielen. Amir Abrashi, die Identifikationsfigur des Vereins, hat zwar kürzlich seinen Vertrag verlängert, doch der Kaderumbruch wird trotzdem beträchtlich ausfallen.

Fc zürich: kontinuität und ein möglicher abgang

Fc zürich: kontinuität und ein möglicher abgang

Im Gegensatz zu den anderen Klubs scheint der FC Zürich in der Lage zu sein, relativ ruhig in die neue Saison zu gehen. 17 Spieler besitzen Verträge, die über 2027 hinaus laufen. Milos Malenovic, der ehemalige Sportchef, hat hier gute Arbeit geleistet. Allerdings muss bei Bledian Krasniqi im Sommer gehandelt werden, wenn der Verein noch Geld aus dem Transfer generieren will. Unter Dennis Hediger kommt er kaum mehr zum Einsatz, und das Interesse des FC Luzern ist bereits bekannt.

Fc lausanne-sport: vertragsverlängerungen und abschiede

Fc lausanne-sport: vertragsverlängerungen und abschiede

Auch beim FC Lausanne-Sport gibt es einige vertragliche Herausforderungen. Jamie Roche, der Mittelfeldregisseur, könnte ablösefrei gehen, da eine Vertragsverlängerung unwahrscheinlich erscheint. Es wird erwartet, dass Stéphane Henchoz, sollte er über die Saison hinaus als Sportchef tätig sein, viel zu tun haben wird, insbesondere bei der Klärung diverser Leihverträge.

Servette: torwart-diskussion und talent im blickpunkt

Bei Servette wird die Kaderplanung voraussichtlich ruhiger verlaufen, da ein Großteil der Spieler langfristige Verträge besitzt. Allerdings steht die Torwartfrage im Raum. Die Verträge von Joel Mall und Jeremy Frick laufen 2027 aus, und es ist fraglich, ob beide verlängern werden. Loun Srdanovic, das talentierte Aussenverteidiger-Duo, weckt bereits das Interesse des Young Boys und könnte im Sommer für eine höhere Ablösesumme verkauft werden.

Die Transferphase verspricht aufregend zu werden. Während einige Klubs vor dem finanziellen Ruin stehen und ihre besten Spieler verkaufen müssen, können andere Klubs von der Notlage anderer profitieren und ihr Team verstärken. Eine spannende Zeit für den Schweizer Fussball.