Trampolin-elite trifft sich in portimão: spaniens nachwuchs jagt den kontinent-thron

Vom 8. bis 12. April wird der Algarve zum Epizentrum der europäischen Trampolin-Szene. In der 30. Auflage der Europameisterschaften springen in Portimão 29 Nationen um Medaillen – und das ibero-national Team reist mit 30 Athleten an, um die Favoriten zu stören.

Die spanier starten ohne rodríguez, aber mit rückenwind

Melania Rodríguez, Weltmeisterin und EM-Titelverteidigerin, fehlt. Eine Sprunggelenkblessur aus dem Weltcup von Alkmaar bremst die Galicierin aus – und öffnet Noemí Romero die Bühne. Die Bronzefrau von Guimarães 2024 führt ein Quartett an, das neben Erica Sanz und Gloria Verdejo mit der 17-jährigen Madrilenen Cintia Poyatos sogar einen Double-Start plant: Trampolin plus Doppel-Mini.

Bei den Männern wiederholt sich das Trio, das in Paris bereits Olympia-Luft schnupperte. Jorge Martín (Welt-Rang 5), David Vega und Robert Vilarasau bilden das Gerüst, Daniel C. Villavicencio komplettiert den Kader nach einer furiosen Qualifikationsserie. „Wir haben keine Ausreden“, sagt Co-Trainer Guillem Villa, „nur Chancen.“

Portugal spielt daheim – und hat echte gold-kandidaten

Portugal spielt daheim – und hat echte gold-kandidaten

Der amtierende Europameister Pedro Ferreira will im eigenen Land den Titel verteidigen, während Olympia-König Ivan Litvinovich aus der weißrussischen Neutral-Delegation als Top-Favorit gilt. Bei den Frauen tritt Bryony Page nicht an – die britische Olympiasiegerin pausiert –, wodurch das Podest offen ist wie selten.

Die Trennung russischer und belarussischer Starter unter neutraler Flagge sorgt zusätzlich für politischen Beigeschmack, doch auf der Matte zählt nur die Höhe der Schwerter und die Stabilität der Landung.

Die U-21- und Junioren-Wettbewerbe laufen parallel, und hier glaubt Spanien fest an Edelmetall: Drei Athleten unter 18 Jahren schafften im Landesstützpunkt St. Cugat neue Schwierigkeitsrekorde – ein Indiz, dass der Nachwuchs den Sprung in die absolute Spitze wagt.

Zeitplan und deutsche konkurrenz

Zeitplan und deutsche konkurrenz

Am Donnerstag beginnen die Qualifikationen der Senioren, Samstag und Sonntag stehen die Finals an. Für Deutschland reist 2016er-Weltmeister Fabian Vogel an, will aber nach seiner Achilles-Operation vor allem Punkte für die Weltrangliste sammeln. „Ich bin nicht in Bestform, aber ich kenne die Plätze hier – Meerluft und harte Matten“, sagt Vogel im Kurzgespräch mit unserer Redaktion.

Die deutsche Truppe um Lisa Stein, EM-Dritte 2023, peilt im Teamwettbewerb Podest – gegen Spanien, Großbritannien und Gastgeber Portugal wird das ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

29 Nationen, 220 Athleten, fünf Tage – die Zahlen klingen nach Statistik, doch auf dem Trampolin entscheiden Millimeter. Wer in Portimão die Krone holt, darf sich bis 2026 „König des alten Kontinents“ nennen. Für Spanien wäre es nach 2012 endlich wieder Gold – und für Christian Schneider ein neues Kapitel Sport-Geschichte, das ich am Ort live dokumentieren werde. Die Matte ist gespannt, die Arena gefüllt, die Emotionen bereit – jetzt zählt nur noch Flugzeit.