Tortorella rettet vegas: golden knights feuern cup-coach – altstar übernimmt
Vor acht Spielen war Schluss mit der Titel-Truppe. Die Vegas Golden Knights haben Bruce Cassidy, den Mann, der ihnen 2023 den Stanley Cup bescherte, rausgeschmissen. Grund: elf Pleiten in den letisten 17 Partien, die Playoff-Ränge rutschen weg wie ein Puck auf Eis. John Tortorella, 67, der launische Serien-Retter mit dem Rekord von 1.620 NHL-Spielen als Cheftrainer, übernimmt sofort.
Der cup-held von 2004 soll den absturz stoppen
Tortorella kennt das Skript. 2004 führte er Tampa Bay zum Titel, 2024 soll er Vegas wieder in die Top-Acht bugsieren. Die Zahlen sind brisant: Vegas liegt aktuell zwei Punkte hinter dem letzten Wildcard-Platz in der Western Conference, die restlichen Gegner sind durchweg Playoff-Kandidaten. Cassidy, seit 2022 an der Bande, hatte die Mannschaft nach der Olympiapause nicht mehr auf Kurs gebracht. Nun muss der neue Mann mit der rauen Stimme die Kabine aufrütteln – und das in Rekordzeit.
Die Entscheidung kam über Nacht. GM Kelly McCrimmon klingelte Tortorella, der nach seinem Engagement bei den Olympischen Spielen als Assistenzcoach der USA noch ohne Job war. Vertraglich ist alles bis Saisonende geregelt, eine Option für 2026/27 existiert. Tortorella selbst sagte nur: „Ich hasse es, in der Saison einzusteigen, aber ich hasse es noch mehr, wenn ein gutes Team vorbeischlittert.“

So heiß ist die westen-restprogramm
Die kommenden drei Spiele entscheiden mit hoher Wahrscheinlichkeit über die Postseason. Am Dienstag geht’s nach Colorado, dann folgen Heimspiele gegen Dallas und Seattle – alles direkte Konkurrenten. Die Powerplay-Quote der Knights ist seit Februar auf 12,4 Prozent abgestürzt, das Penalty-Killing steht bei 72 Prozent, Schlussmann Adin Hill kämpft mit einer Fangquote von 88,9 Prozent. Tortorella will sofort mehr Block-Schüsse, härteres Forechecking und eine neue erste Reihe um Jack Eichel. „Wenn wir nicht in die Top-Acht kommen, ziehe ich den Hut vor niemandem“, sagte er nach der ersten Trainingseinheit.
Die Fans in Las Vegas reagierten mit gemischten Gefühlen. Die Erinnerung an den Cup-Sommer 2023 ist noch frisch, doch die aktuelle Talfahrt schmerzt. Tickets für das Heimspiel gegen die Kraken sind innerhalb von 24 Stunden um 18 Prozent im Preis gestiegen – ein Indiz dafür, dass die Stadt dem alten Feuerstarter eine Chance gibt. Tortorella selbst landete in der Nacht mit einem Charterflug und ging direkt ins City-Center, um sich einen Kaffee zu holen. „Ich brauche kein großes Theater, ich brauche Siege“, sagte er dem Barista – und meinte damit wohl auch seine neue Mannschaft.
Am Ende bleibt die Frage: Schafft der 67-Jährige das Kunststück, aus einer kopflosen Truppe wieder eine Kampfmaschine zu formen? Die NHL-Geschichte spricht dagegen: Kein Interimstrainer, der nach dem 1. April einsteigt, holte seit 2010 noch den Cup. Aber Vegas ist ohnehin ein Ort, an dem die Wahrscheinlichkeiten gerne mal anders funktionieren. Wenn Tortorella die Knights wirklich rettet, wäre das die nächste Legende – und wahrscheinlich seine letzte.
