Tischtennis-sensation: rollstuhl- und stehspielerin bilden doppel!

Erfurt – Ein historischer Moment für den deutschen Tischtennis-Sport: Bei den bevorstehenden Deutschen Meisterschaften wird erstmals ein Doppelteam aus einer Spielerin im Rollstuhl und einer Stehspielerin an den Start gehen. Valentin Baus, Paralympics-Sieger, und Kristin Lang eröffnen damit ein neues Kapitel im Tischtennissport.

Ein unerwarteter traum wird wahr

Ein unerwarteter traum wird wahr

Die Idee, gemeinsam bei den Deutschen Meisterschaften im Regelbetrieb teilzunehmen, entstand zunächst als Scherz. "Wir haben anfangs nur aus Spaß gesagt, dass wir einmal gemeinsam bei den Meisterschaften im Regelbetrieb antreten möchten," berichtet Baus. Nun, da der Traum Wirklichkeit wird, ist die Spannung groß, ob sie mit den regulären Teams mithalten können. Doch die beiden sind optimistisch und freuen sich auf die Herausforderung.

Was in Erfurt Premiere feiert, ist im Ligabetrieb längst Alltag. Gerade in den unteren Ligen trainieren und spielen Athletinnen und Athleten mit und ohne Einschränkungen gemeinsam. Melissa Dorfmann, Para-Tischtennis Landestrainerin in NRW, betont die Wichtigkeit dieser gemeinsamen Trainings: "Solange die Sportler noch nicht auf internationalem Niveau spielen, hätten sie im reinen Parabereich nur etwa vier Turniere im Jahr. Im Regelsport hingegen gibt es zwischen September und April an jedem Wochenende einen Spieltag."

Tischtennis – ein Sport für alle? Der Sport zeichnet sich durch seine Zugänglichkeit aus. "Tischtennis ist eine sehr schöne Sportart, weil jeder mit jedem trainieren kann", so Baus. Die geringen Einstiegshürden und die Möglichkeit, unabhängig von körperlichen Einschränkungen gemeinsam zu spielen, machen Tischtennis zu einem idealen Sport für Inklusion.

Dorfmann hofft, dass das inklusive Mixed bei den Meisterschaften noch mehr Vereinen bewusst wird, wie einfach es ist, Menschen mit Behinderung einzubinden. "Ich erlebe häufig, dass Trainer und Vereine Hemmungen haben. Sie denken, sie müssten eine Extra-Gruppe eröffnen oder Trainer abstellen, aber das ist gar nicht der Fall." Es bleibt zu hoffen, dass das Beispiel Baus und Lang viele weitere nachahmt und den Weg für eine inklusivere Sportwelt ebnet. Denn wie Baus betont: "Es ist einfach etwas Schönes, wenn junge Menschen mit Handicap Tischtennis spielen und sich dafür begeistern lassen können."