Tiktok-auto platziert? die überraschende kehrtwende aus china!

Gerüchte über ein Auto von TikTok kursierten monatelang – ein viraler Hit schien vorprogrammiert. Doch nun hat ByteDance, der Mutterkonzern hinter der beliebten App, einen Strich durch die Rechnung gezogen. Die vermeintliche "TikTok-Auto“-Premiere am 9. Juni ist geplatzt. Ein klarer Fall von Hype und Ernüchterung.

Die geschichte hinter saidou technology

Im Zentrum des Durcheinanders steht ein Unternehmen namens Saidou Technology, ehemals Landian Technology. Es handelt sich um eine Tochtergesellschaft von Seres, einem chinesischen Hersteller für Elektrofahrzeuge, der wiederum mit Huawei zusammenarbeitet – bekannt für die Premium-Marke Aito. Die Neuerung des Firmennamens, verbunden mit einer massiven Kapitalerhöhung in Höhe von über 900 Millionen Dollar, ließ die Fantasie der Tech-Welt schweben. Doch die Zahlen erzählen eine bittere Wahrheit: Landian Technology steckte in finanziellen Schwierigkeiten, mit lediglich 472 zugelassenen Fahrzeugen im April 2026 und einem winzigen Marktanteil von 0,1 Prozent.

Die Investitionen, angeführt von einem öffentlichen Chongqing-Unternehmen und dem Batterie-Giganten CATL, katapultierten Saidou Technology aus den Büchern von Seres, wodurch das Unternehmen sich von einer chronisch verlustbringenden Last befreite. Doch was hat das alles mit TikTok zu tun?

Der phonetische trick und die ki-verbindung

Der phonetische trick und die ki-verbindung

Die Verwirrung entstand durch eine simple phonetische Ähnlichkeit. Der Name "Saidou" wurde von einigen als eine Mischung aus "Seres" und "Dola" interpretiert – dem KI-Assistenten von ByteDance (bekannt als Doubao in China). Die Ankündigung, dass Saidou am 9. Juni Logo und Marke präsentieren würde und "die unendlichen Möglichkeiten von KI-basierten Fahrzeugen“ erkunden wolle, heizte die Gerüchte weiter an. Die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen über Volcano Engine hinweg – ein Bereich, in dem über 7 Millionen Fahrzeuge mit Doubao ausgestattet sind – verstärkte den Eindruck eines gemeinsamen Vorhabens zusätzlich. Intern wurde das Projekt angeblich als "Project A" bezeichnet, was die Spekulationen zusätzlich befeuerte.

Doch hier kommt der entscheidende Punkt: ByteDance hat nun offiziell jegliche Beteiligung an der Produktion von Autos dementiert. Das Unternehmen konzentriert sich stattdessen auf die Bereitstellung von KI-Technologien für den Bordcomputer und das Smart-Cockpit, und zwar über Doubao und die Plattform Volcano Engine – ein reiner Technologie-Lieferant, nicht mehr, nicht weniger.

Das saidou-auto: ein crossover mit ki-unterstützung

Das saidou-auto: ein crossover mit ki-unterstützung

Obwohl ByteDance nicht involviert ist, kommt das Auto dennoch. Saidou plant die Einführung eines Crossover-Modells, das zwischen SUV und Limousine liegt, noch Ende 2026. Es wird sowohl als reines Elektrofahrzeug als auch als Range-Extender-Modell erhältlich sein und wird im Phoenix-Werk von Seres produziert. Der Preis wird zwischen 15.000 und 19.000 Euro liegen und richtet sich gegen Modelle wie den Byd Song Plus und den Leapmotor C11.

Im Gegensatz zu den Aito-Modellen wird Saidou nicht auf das Qiankun ADS-System von Huawei setzen, sondern stattdessen auf die Technologie der Startup DeepRoute für die Fahrerassistenzfunktionen. Zusätzlich wird im Innenraum die KI-Power von Volcano Engine zum Einsatz kommen. Der Fokus liegt auf einer jungen Zielgruppe und der Eroberung internationaler Märkte.

Die TikTok-Auto kommt also doch, aber sie heißt Saidou und wird von der KI-Expertise von ByteDance lediglich profitieren – eine interessante Wendung in der Welt der Elektromobilität.