Tiger woods wieder vor gericht: promi-golf nach crash mit leerem atemtest trotzdem festgenommen

Tiger Woods sitzt. Nicht im Golfcart, sondern auf der Anklagebank. Der 15-fache Major-Sieger wurde am Freitagabend aus dem Bezirksgefängnis von Jupiter Island entlassen – acht Stunden nach seiner Festnahme, weil er einen Lkw streifte und seinen Land Rover auf die Seite legte. Atemalkohol: null. Befindung der Drogenexperten: „lethargisch“. Urinprobe: verweigert. Das Protokoll liest sich wie ein Krimi, nur dass der Held diesmal keine Trophäe in der Hand hält, sondern eine Anklageschrift.

Der crash, der alte wunden aufreißt

Der crash, der alte wunden aufreißt

Kurz nach 14.00 Uhr Ortszeit versucht Woods auf der zweispurigen Island-Route einen Reinigungs-Lkw zu überholen. Er touchiert das Heck, das Fahrzeug kippt, Woods kriecht eigenhändig heraus. Unverletzt – körperlich. Die Beamten finden keine Drogen im Wagen, aber sie finden Woods’ Pupillen zu eng, seine Antworten zu langsam. Weil er den Urin-test ablehnt – sein Recht in Florida –, bleibt der Beweisstaub in der Luft. Die Sheriff-Abteilung zieht trotzdem durch: Anklage wegen Trunkenheit am Steuer, Sachbeschädigung und Verweigerung eines rechtmäßigen Tests. Die Strafe: bis zu sechs Monate County-Jail, davon mindestens acht Stunde hat er bereits abgesessen.

Die Geschichte wiederholt sich. 2021 rast Woods bei Rancho Palos Verdes mit fast 140 km/h ins Schott, Bein pulverisiert, Schrauben, Stangen, Monate Reha. Rasen war schuld, sagte die Untersuchung. Diesmal ist es ein Lkw, und die Spurensicherung vermisst die Wurzel. Die Bandscheiben-OP vom Oktober nagt noch an seiner Drehung, die gerissene Achillessehne vom März an seinem Schritt. Seit der British Open 2024 kein Turnier, seit dem TGL-Comeback kein Birdie in freier Wildbahn. Das Masters in drei Wochen? Seine Manager halten die Karten weiter an die Brust gedrückt, aber die Bilder vom Gefängnisausgang sprechen lauter als jede Pressemeldung.

Die PGA-Tour reagiert mit Schweigen, die Sponsoren mit Vertragsstillschweigen. Woods selbst ließ durch seinen Anwalt ausrichten, man werde „die Anklage energisch prüfen“. Die Energie, die er einst in 80 Tour-Siege steckte, steckt nun in Gerichtsverfahren. Die Karriere, die bei Augusta 2019 noch einmal aufblitzte, schlägt erneut einen Haken – diesmal nicht auf dem Fairway, sondern vor dem Richter. Wenn das nächste Tee-Shot fällt, entscheidet nicht mehr sein Rücken, sondern ein Gerichtstermin. Und Florida hat keine Mulligans.