Tiger woods verzichtet auf ryder-cup-kapitän: „ich brauche therapie statt tribüne“
Kein Handschlag mit Justin Rose, keine Blicke Richtung Fahne. Tiger Woods wird 2027 nicht als Kapitän beim Ryder Cup auflaufen. Die PGA of America bestätigte am Mittwoch, dass der 15-fache Major-Sieger nach seinem Autounfall und der anschließenden Festnahme seine designierte Rolle abgibt – und stattdessen in eine Klinik geht.
Die Meldung kommt einen Tag, nachdem ein Richter in Martin County, Florida, Woods die Ausreise in die USA genehmigte. Grund: eine „umfassende stationäre Behandlung“, wie sein Anwalt Douglas Duncan in einem Dringlichkeitsantrag schrieb. Woods habe „ein intensives, hochgradig individuelles und medizinisch integriertes Programm“ nötig – und zwar fern von Kameras und Mikrofonen.
Die tabletten in der mittelkonsole
Am Freitag hatte die Polizei Jupiter Island zwei Hydrocodon-Tabletten in seinem SUV gefunden. Das Opioid steht im Verdacht, seinen Fahrstil beeinflusst zu haben: Woods war gegen 23 Uhr von der Straße abgekommen, hatte einen Atemalkoholtest bestanden, sich aber einem Urintest verweigert. Die Kaution kam prompt, die Anklage folgte: Trunkenheit am Steuer sowie Verweigerung einer Probe. Vor Gericht plädierte er auf „nicht schuldig“.
Die PGA reagiert mit professioneller Kälte. „Wir loben Tiger dafür, dass er seiner langfristigen Gesundheit Vorrang einräumt“, heißt es in der Erklärung. Der Verband spricht von „Mut“, doch hinter den Kulissen wissen alle: Der PR-Schaden ist längst angerichtet. Woods war 2025 als Kapitän für den Ryder Cup in Adare, Irland, vorgesehen – ein Amt, das Ex-Stars normalerweise als sanften Abschied nutzen. Nun übernimmt ein anderer das Zepter; Namen werden noch nicht genannt.

Ausfall beim masters – und danach?
Die Entscheidung schickt Wellen bis Augusta. Das Masters beginnt am 9. April, und Woods‘ Manager hat bereits mitgeteilt, dass sein Schützling nicht am Start sein wird. Es wäre das vierte Mal in den letzten sechs Jahren, dass der fünfmalige Grüner-Mäher-Jackett-Gewinner fehlt. Die Quote, ihn je wieder auf der PGA-Tour zu sehen, sinkt mit jedem Skandal – und mit jedem verschriebenen Medikament.
Die Zahl, die alles sagt: 50. Genau so viele Jahre alt ist Woods heute, und genau so viele Wochen dauern manche Entzugsprogramme. Wer sich an die alten Videos erinnert, sieht einen Athleten, der Tee-Schüsfe wie Raketen startete. Wer die Body-Cam der Polizei Jupiter Island studiert, sieht einen Mann, der kaum zwei Sätze hintereinander bringt. Der Abstand zwischen Mythos und Moment beträgt hier nur noch einen Unfall und zwei kleine Pillen.
Woods selbst schreibt, er werde „für eine gewisse Zeit verschwinden“. Die Formulierung klingt nach Strategie, ist aber ein Euphemismus für Zwang. Denn wer die USA verlässt, um sich behandeln zu lassen, dem bleibt nur, sich selbst zu stellen. Kein Gallery-Ruf wird ihn retten, kein Sponsor wartet mit offenen Armen. Die Karriere, die einst als unendlich galt, endet möglicherweise in einer Schweizer Klinik – und nicht auf dem 18. Grün von Augusta.
