Wwe-drama vor 24 jahren: stone cold verließ den ring – und die liga!

Vor einem Vierteljahrhundert erschütterte ein Ausnahreereignis die Wrestling-Welt: „Stone Cold“ Steve Austin verließ die WWE, und das unter dramatischen Umständen. Ein Bruch, der bis heute nachwirkt und die Frage aufwirft, wie eine Karriere so abrupt enden kann. Es ist eine Geschichte von Frustration, Machtkämpfen und einem verpassten Comeback.

Die attitude era: austins zenit und der beginn des niedergangs

Die späten Neunziger waren geprägt vom „Attitude Era“-Boom, an dessen Spitze „Stone Cold“ Steve Austin stand – noch erfolgreicher als Hulk Hogan in seinen Glanzzeiten. Doch 2002 änderte sich alles. Der Kauf von WCW, die darauf folgende Invasion der Liga und die damit verbundenen Storylines waren ein Desaster. Die Quoten sanken, die Fans waren enttäuscht, und auch Austin spürte den Frust. Nicht nur die Liga befand sich in der Krise, sondern auch der Star selbst. Er befürchtete, dass sein Stern zu verblassen drohte, und die kreativen Entscheidungen der WWE trafen ihn zunehmend.

Es war ein kritischer Moment für Austin, der damals 37 Jahre alt war, und für die gesamte Promotion. Die von ihm so vehement getragene Ära der Aggression und des Anti-Establishments war zu Ende. Die Liga kämpfte um ihre Identität, und Austin kämpfte um seinen Platz darin.

Wrestlemania 18: der abend, an dem austin die segel streichen ließ

Wrestlemania 18: der abend, an dem austin die segel streichen ließ

Das alles kulminierte bei WrestleMania 18. Austin sollte gegen den aufstrebenden Brock Lesnar antreten, doch das Match gegen Scott Hall am Vortag hatte ihm den letzten Funken genommen. Er wusste, dass Hall mit seinen Dämonen kämpfte, und er sah keinen sportlichen Wert in diesem Duell. Ein angebotenes Match gegen Hulk Hogan hatte er bereits abgelehnt, da er dessen Rückkehr und dessen Vergangenheit in der WCW ablehnte. Ein Zusammenprall mit dem fast 50-Jährigen hätte seine eigene Position geschwächt.

Nach der ersten RAW-Ausgabe nach WrestleMania fehlte Austin ohne Ankündigung, was zunächst als Frustausbruch abgetan wurde. Doch die Probleme waren tiefgreifender. Er stritt sich mit der Kadertrennung zwischen RAW und SmackDown und übte scharfe Kritik an der Ausrichtung der Liga. Am 10. Juni kam es dann zum Bruch: Die WWE forderte ihn auf, gegen Brock Lesnar zu verlieren – ein kurzfristiges, unbedeutendes Match in einer regulären TV-Show, das Austin als Beleidigung empfand. Er buchte einen Flieger in seine Heimat Texas und brach den Kontakt zur WWE ab.

Ein giftiger gegenangriff: vince mcmahon schießt mit scharfen worten

Ein giftiger gegenangriff: vince mcmahon schießt mit scharfen worten

Die Reaktion der WWE war vernichtend. Vince McMahon und Jim Ross, einst enge Freunde Austins, zerrissen ihn in der Sendung „Show Confidential“ öffentlich. McMahon zeigte sich „persönlich verletzt“ und warf Austin vor, Fans und Kollegen „ins Gesicht gespuckt“ zu haben. Der Satz „He took his ball and went home“ wurde zur Parole der WWE. Und es wurde noch bitterer, als The Rock, damals gerade in Hollywood aufstrebend, unerwartet in die Causa eingriff und Austins Weggang verurteilte.

Ein dunkles Kapitel außerhalb des Rings: Wenige Tage später überschlugen sich die Ereignisse: Austin schlug seine damalige Ehefrau Debra in einem Streit und wurde wegen häuslicher Gewalt verurteilt. Eine folgenschwere Entwicklung, die das Bild des „Stone Cold“-Image zusätzlich trübte.

Comeback und abschied: eine legende nimmt abschied

Comeback und abschied: eine legende nimmt abschied

Nach einer langen Pause gab es 2003 ein überraschendes Comeback, das in einem legendären Match gegen The Rock bei WrestleMania 2003 gipfelte. Danach zog sich Austin aufgrund chronischer Nackenschmerzen zurück. Ein letztes, sensationelles Comeback feierte er 2022 bei WrestleMania gegen Kevin Owens. Doch nun, mit 61 Jahren, hat er endgültig seinen Abschied verkündet. Eine Ära ist endgültig beendet – mit einem bitteren Bruch, der die Wrestling-Geschichte für immer prägen wird.