Wm 2026: infantino setzt auf europäische unterstützung trotz boykott-debatte
Infantino verspricht trotz aller widrigkeiten eine friedliche wm
Gianni Infantino, der Präsident der FIFA, hat trotz der anhaltenden Diskussionen um einen möglichen Boykott und der Unsicherheiten bezüglich des Co-Gastgebers USA eine optimistische Prognose für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 (11. Juni bis 19. Juli) abgegeben. Auf dem 50. Ordentlichen Kongress der UEFA in Brüssel betonte er, dass das Turnier eine „Party“ und eine „Feier“ werden soll, die die Welt in Frieden und Freude vereinen wird. Er sieht die WM als ein „Symbol der Einheit, des Friedens und der Solidarität“.

Europäische verbände als schlüssel zur einheit
Besonders wichtig für die Umsetzung dieser Vision ist laut Infantino der Beitrag der europäischen Fußballverbände. Er betonte, dass ihre Rolle „absolut grundlegend“ sei, um die angestrebte Einheit und Solidarität zu erreichen. Der ehemalige UEFA-Generalsekretär rief zu gemeinsamer Anstrengung auf und drückte sein Vertrauen in die einzelnen Verbände aus. “Wir werden alle gemeinsam sehr hart daran arbeiten, dies möglich zu machen – und ich zähle auf jeden Einzelnen von Ihnen.”

Hintergrund der boykott-debatte
Die Debatte um einen Boykott der WM war in den vergangenen Wochen aufgrund der aggressiven Außenpolitik des US-Präsidenten Donald Trump und der Eskalation der Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE mit Todesopfern aufgeflammt. Europäische Verbände, darunter der Deutsche Fußball-Bund (DFB), haben sich bisher gegen einen Boykott ausgesprochen. Auf der Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees am Mittwoch war das Thema angeblich nicht auf der Tagesordnung.
Scharfe kritik von eu-kommissar micallef
Vor Infantinos Rede hatte sich Glenn Micallef, der für Sport zuständige EU-Kommissar, mit deutlicher Kritik an den FIFA-Boss gewandt. Er sprach von „Meinungsverschiedenheiten“ und betonte die Unverhandelbarkeit der Werte des europäischen Fußballs. “Denn für uns existiert Fußball nicht im luftleeren Raum”, so Micallef. Er forderte, dass kommerzielle und politische Erwägungen niemals über das Erlebnis der Fans, das Wohlergehen der Athleten und die langfristige Entwicklung des Spiels gestellt werden dürfen.
Fußball als öffentliches gut
Micallef ging noch weiter und erklärte, dass Fußball ein „öffentliches Gut“ sei, das von Institutionen geregelt werden müsse, die im öffentlichen Interesse handeln. Er kritisierte die hohen Ausgaben für Spielerberater, das Fehlen von Gehaltsobergrenzen im Profifußball und die ungleiche Verteilung der Einnahmen. Diese Kritik deckt sich mit den Anliegen der Deutschen Fußball Liga (DFL).
Zusammenfassung der kritikpunkte
- Hohe Ausgaben für Spielerberater
- Fehlende Gehaltsobergrenzen im Profifußball
- Ungleiche Verteilung der Einnahmen
- Politische und kommerzielle Interessen dürfen nicht über den Sport gestellt werden
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Infantino seine optimistische Vision einer friedlichen und vereinten WM verwirklichen kann. Die Unterstützung der europäischen Verbände und die Berücksichtigung der Kritikpunkte von Seiten der UEFA und der EU werden dabei entscheidend sein.
