Wm 2026: die meisterinnen der zeremonien enthüllen ihre geheimnisse
Los Angeles pulsa. Nur wenige Stunden vor dem Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft 2026 lüftet Claudia Cattai, Ceremonies Unit Director des renommierten Balich Wonder Studio, einige der besten Geheimnisse hinter den spektakulären Eröffnungszeremonien, die die Welt im Sturm erobern. Ein Blick hinter die Kulissen dieser gigantischen Inszenierung, die in diesem Jahr gleich dreifach stattfindet – in Mexiko, Kanada und den Vereinigten Staaten.
Drei länder, eine vision: die herausforderung der wm 2026
Die Organisation von drei separaten Eröffnungszeremonien, die gleichzeitig ein kohärentes Bild vermitteln, stellt eine logistische und kreative Meisterleistung dar. „Es war unsere Aufgabe, das Konzept 'FIFA unites the world' künstlerisch zu interpretieren“, erklärt Cattai. Die Suche nach einem gemeinsamen Nenner, der die kulturellen Besonderheiten aller drei Gastgeberländer respektiert und gleichzeitig eine globale Botschaft vermittelt, war alles andere als einfach. Das Ergebnis ist ein „Trittico“ aus visuellen Momenten, die zusammen eine eindrucksvolle Geschichte erzählen.
Ein Novum für die FIFA: Dieses Jahr wurden die drei WM-Pokale thematisch auf die jeweiligen Gastgeberländer zugeschnitten – eine Innovation, die Cattai hofft, zukünftig als Standard etabliert zu sehen. „Wir hoffen, dass dies ein dauerhaftes Protokoll wird“, so die Expertin.

Die magie der zeremonie: mehr als nur show
Neben der visuellen Pracht, die durch innovative Bühnenbilder und atemberaubende Choreografien entsteht, liegt die Stärke der Zeremonie in ihrer Fähigkeit, Emotionen zu wecken. Cattai betont, dass die Zeremonien sorgfältig darauf ausgelegt sind, sowohl im Stadion als auch vor den Bildschirmen weltweit ein intensives Erlebnis zu schaffen. „Es gibt zwei Erzählungen: eine für die Zuschauer im Stadion und eine für die Millionen, die zu Hause zusehen. Wir gestalten die Show so, dass jeder, egal wo er sitzt, das Gefühl hat, in der ersten Reihe zu sitzen.“
Die Zusammenarbeit mit internationalen Stars ist dabei ein integraler Bestandteil des Konzepts. „Die Auswahl der Künstler obliegt der FIFA, die den offiziellen Soundtrack produziert und die Auftrittsorte koordiniert“, erklärt Cattai. Die WM 2026 setzt dabei neue Maßstäbe: „Es gibt keine andere Sportveranstaltung, die eine so hohe Anzahl an Talenten aufbieten kann.“

Von katar bis los angeles: ein blick zurück und nach vorn
Die Erfahrungen aus früheren Projekten, wie die WM in Katar, bei der die Zeremonien als „Instrument der Soft Diplomacy“ dienten, und die Special Olympics, die Cattai als „menschlich berührend“ beschreibt, fließen in die aktuelle Produktion ein. Die Premiere der „verbreiteten Zeremonie“ in Mailand-Cortina hat zudem gezeigt, dass die Welt bereit für dieses Modell ist – eine mögliche Lösung für die sinkende Zahl von Bewerbungen für Großveranstaltungen.
„Wir haben gelernt, dass die Zeremonie ein mächtiges Werkzeug ist, um Menschen zu verbinden und Freude zu bereiten“, schließt Cattai. „Und wenn die Emotionen zurückkehren, wenn der Applaus aufbrausend ist – dann wissen wir, dass wir unsere Aufgabe erfüllt haben.“
