Uwe rösler: vom underdog zum aufwind beim vfl bochum
- Uwe rösler: vom underdog zum aufwind beim vfl bochum
- Ein langer weg im deutschen profifußball
- Akribische arbeit und fokus
- Der skandal um die gelbe karte
- Das erfolgsrezept: kampfgeist und mentalität
- Hart, aber fair: der spielstil des vfl
- Junge spieler und das leistungsprinzip
- Die entwicklung von kjell wätjen
- Familie und inspiration
- Unter dem radar und die liebe zu manchester city
- Otto rehhagel als vorbild
- Die bedeutung der arbeit und die unterstützung seiner frau
- Blick auf die zukunft
- Olympia und die leidenschaft für den sport
Uwe rösler: vom underdog zum aufwind beim vfl bochum
Seit seiner Übernahme beim VfL Bochum zeigt der Revierklub einen beeindruckenden Aufwärtstrend. Trainer Uwe Rösler spricht im exklusiven Interview mit SPORT1 über sein Erfolgsrezept, seine Karriere und seine tiefe Verbundenheit zum Fußball. Mit über 40 Jahren Erfahrung im Profifußball ist Bochum bereits sein 22. Engagement – eine bemerkenswerte Vita.
Ein langer weg im deutschen profifußball
Nach seiner Zeit bei Fortuna Düsseldorf scheint Rösler endlich dort angekommen zu sein, wo er lange Zeit übersehen wurde: im deutschen Profifußball. Seit Anfang Oktober steht der 57-Jährige an der Seitenlinie des VfL und führte das Team von Platz 17 auf den achten Rang. In einer inoffiziellen Tabelle befindet sich Bochum sogar punktgleich mit dem SV Darmstadt 98 an der Spitze der Zweiten Bundesliga. Rösler selbst hält jedoch wenig von solchen Zwischenbilanzen.

Akribische arbeit und fokus
Der Trainer gilt als akribischer Arbeiter, fast schon Workaholic. Diese Einstellung hilft ihm, den Fokus zu bewahren und nicht zu häufig an seine schwere Krebsdiagnose zurückzudenken. Im Interview verrät Rösler, warum er hierzulande so lange unterschätzt wurde und welcher Top-Klub sein Herz erobert hat. Auch über das Debüt seines Sohnes und dessen WM-Hoffnungen spricht er.
Der skandal um die gelbe karte
Bei der Remis gegen Münster sah Rösler eine Gelbe Karte, allerdings nicht wegen eines Konflikts mit dem Schiedsrichter, sondern wegen seiner Ansprache an Spieler Cajetan Lenz. Er sprach sogar von einem Skandal. Auf die Frage, ob die Strafe dadurch milder ausgefallen sei, antwortete Rösler schmunzelnd: „Ich habe mich mit unserem Kassenwart geeinigt. Ich werde mir etwas für die Mannschaft einfallen lassen.“ Ein Austausch mit dem DFB fand offenbar nicht statt.
Das erfolgsrezept: kampfgeist und mentalität
Bochum ist seit acht Ligaspielen ungeschlagen, obwohl darunter fünf Unentschieden waren. Rösler betont: „Ich fordere von meinen Jungs, jedes Spiel gewinnen zu wollen – egal gegen wen. Und wenn wir nicht gewinnen können, müssen wir zumindest sicherstellen, dass wir nicht verlieren.“ Diese Mentalität hat das Team verinnerlicht und macht es zu einem schwer zu besiegenden Gegner.
Hart, aber fair: der spielstil des vfl
Der VfL Bochum steht für intensiven, körperbetonten Fußball und hat mit 68 Gelben Karten ligaweit die meisten gesammelt. Rösler erklärt: „Eine gewisse Aggressivität gehört zu unserem Stil dazu. Mein Motto ist: hart, aber fair. Wir wollen physischen, intensiven Fußball spielen.“ Er verteidigt die Anzahl der Karten und betont, dass sie manchmal in Kauf genommen werden müssen.
Junge spieler und das leistungsprinzip
Trotz der schwierigen Situation beim Amtsantritt setzte Rösler auf viele junge Spieler. „Wenn ein erfahrener und ein junger Spieler auf gleichem Niveau sind, bekommt der Jüngere die Chance“, erklärt er. Er lobt die Energie und den Mut der jungen Spieler, die ihre Chance genutzt haben. Dennoch betont er die Bedeutung eines guten Mixes aus Alt und Jung.
Die entwicklung von kjell wätjen
Kjell Wätjen hat in den letzten Wochen weniger Einsatzzeit erhalten. Rösler erklärt, dass seine Rolle sich verändert hat und er auf der Außenbahn noch mehr Konstanz benötigt. Er betont, dass das Leistungsprinzip für alle gilt und Wätjen eine Leistungsdelle hatte, aber im Training engagiert ist. „Ich habe gerade erst lange mit ihm gesprochen – mental ist er in einer guten Verfassung.“
Familie und inspiration
Rösler spricht über seinen Sohn Colin Rösler, der ebenfalls Profifußballer ist und für Malmö FF spielt. Er betont, dass er inzwischen mehr als Trainer denn als Vater agiert und seinem Sohn ehrlichen Rat gibt, ohne sich einzumischen. Er war stolz auf Colins Debüt in der norwegischen Nationalmannschaft und hofft, dass er sich für die WM qualifizieren kann.
Unter dem radar und die liebe zu manchester city
Rösler gibt zu, dass er in Deutschland oft nicht als deutscher Trainer wahrgenommen wird. Er erinnert sich an seine Zeit bei Manchester City, wo er fast einen neuen Vertrag erhalten hätte, bevor es zu einem Trainer- und Präsidentenwechsel kam. Er bezeichnet Manchester City als seinen Herzensverein: „The blue moon is rising again.“
Otto rehhagel als vorbild
Otto Rehhagel war ein wichtiges Vorbild für Rösler. Er lernte von ihm, in Bildern zu sprechen und die gesamte Mannschaft zu managen. „Er ist ein Phänomen“, sagt Rösler. Er denkt in bestimmten Situationen bewusst daran, wie Rehhagel gehandelt hätte.
Die bedeutung der arbeit und die unterstützung seiner frau
Rösler erklärt, dass die Arbeit ihm hilft, nicht zu häufig an seine Krebserkrankung zurückzudenken. Er betont die große Unterstützung seiner Frau, ohne die er das alles nicht bewältigen könnte. Er räumt ein, dass auch seine Frau sich manchmal wünscht, er würde länger an einem Verein bleiben.
Blick auf die zukunft
Rösler blickt auf das Spiel gegen Paderborn und betont, dass dies ein hartes Stück Arbeit wird. Sein Ziel ist es, die 40-Punkte-Marke so schnell wie möglich zu erreichen und die nächste Saison zu planen. Er weist darauf hin, dass es im Sommer aufgrund vieler Leihspieler zu einem Umbruch kommen wird.
Olympia und die leidenschaft für den sport
Rösler ist ein großer Wintersport-Fan und verfolgt gerne Eishockey und Biathlon. Trotz seiner intensiven Arbeit findet er immer noch Zeit, die Olympischen Spiele zu verfolgen. „Ich bin und bleibe ein riesiger Olympia-Fan.“
