Ukrainisches rodelteam setzt zeichen der solidarität für disqualifizierten skeleton-fahrer
- Ukrainisches rodelteam setzt zeichen der solidarität für disqualifizierten skeleton-fahrer
- Geste der hoffnung nach dem zieleinlauf
- Kein protest, sondern unterstützung
- Der hintergrund: disqualifikation wegen helm-design
- „Ich werde diese leute nicht im stich lassen“
- Sportliche enttäuschung, moralischer sieg
- Vermutungen über intervention des ioc
Ukrainisches rodelteam setzt zeichen der solidarität für disqualifizierten skeleton-fahrer
Cortina d'Ampezzo – Bei den Olympischen Spielen im Rodeln sorgte das ukrainische Team für eine bewegende Geste der Unterstützung für den kürzlich disqualifizierten Skeleton-Piloten Wladyslaw Heraskewytsch. Trotz des sportlichen Wettkampfes stand die Politik auch im Cortina Sliding Centre im Fokus.
Geste der hoffnung nach dem zieleinlauf
Nach ihrem Zieleinlauf
, der die Ukraine zwischenzeitlich in Führung brachte, knieten sich die sechs Athleten und Athletinnen des Rodelteams gemeinsam hin und reckten symbolisch ihre Helme in die Luft. Diese eindrucksvolle Aktion löste sofort weltweite Aufmerksamkeit aus. ZDF-Kommentator Daniel Pinschower vermutete, dass dieses Bild noch lange in Erinnerung bleiben werde.
Kein protest, sondern unterstützung
Auf Nachfrage von SPORT1 betonte Rodler Andryi Mandzyi jedoch, dass es sich bei der Geste nicht um einen Protest handele, sondern um eine klare Unterstützung für Wladyslaw Heraskewytsch. Das Team wollte ihm zeigen, dass sie an seiner Seite stehen und seinen Kampf verstehen.

Der hintergrund: disqualifikation wegen helm-design
Wladyslaw Heraskewytsch war am Mittwoch aufgrund eines Konflikts mit dem IOC disqualifiziert worden. Grund dafür war sein spezieller Helm, der Porträts ukrainischer Sportler zeigte, die im Krieg von russischen Soldaten getötet wurden. Heraskewytsch argumentierte, dass er mit dem Helm niemanden belästige und keine Regeln verletze. Er verwies auf ähnliche Gesten der Trauer, die auf olympischer Bühne erlaubt seien.
„Ich werde diese leute nicht im stich lassen“
„Das ist keine politische Propaganda, das ist keine rassistische Propaganda und ich belästige mit diesem Helm niemanden“, hatte der Ukrainer im ZDF-Interview erklärt. Für ihn sei es keine Option gewesen, ohne den Helm anzutreten: „Wie ich vom ersten Tag an gesagt habe, werde ich diese Leute nicht im Stich lassen.“ Seine Rodel-Kollegen teilten diesen Entschluss und zeigten ihre Solidarität.
Sportliche enttäuschung, moralischer sieg
Sportlich reichte die Zeit von 3:46.174 Minuten dem ukrainischen Team für den sechsten Platz. Trotz der sportlichen Enttäuschung war die Geste der Unterstützung für Heraskewytsch ein starkes Zeichen der Moral und Menschlichkeit.
Vermutungen über intervention des ioc
Nach dem Zieleinlauf versuchten die Rodler, eine weitere Botschaft vor den TV-Kameras zu überbringen. Ihre Worte waren jedoch kaum zu verstehen, was im ZDF zu der Vermutung führte, das IOC könnte versucht haben, die Botschaft der Ukrainer zu unterdrücken. Diese Spekulationen unterstreichen die politische Brisanz der Situation.
