Ukrainischer skeleton-pilot heraskewytsch trifft selenskyj nach disqualifikation

Heraskewytsch erhält orden der freiheit

München – Der ukrainische Skeletonpilot Wladyslaw Heraskewytsch hat am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz eine bewegende Begegnung mit dem ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj gehabt. Er wurde mit dem ukrainischen Orden der Freiheit ausgezeichnet, eine Anerkennung für seine Haltung in der umstrittenen Helm-Kontroverse bei den Winterspielen. Die Disqualifikation durch den Bob- und Schlitten-Weltverband (IBSF) konnte seine Entschlossenheit nicht brechen.

Selenskyjs dank für heraskewytschs mut

Selenskyjs dank für heraskewytschs mut

Selenskyj würdigte Heraskewytschs Widerstand gegen das Internationale Olympische Komitee (IOC) und betonte auf der Plattform X: „Die Ukraine wird immer Sieger und Olympioniken haben. Doch der größte Schatz der Ukraine sind vor allem die Ukrainer – jene, die die Wahrheit und die Erinnerung an die von Russland getöteten Sportler bewahren, an Athleten, die aufgrund der russischen Aggression nie wieder antreten werden.“

Der helm als mahnmal

Der helm als mahnmal

Im Beisein seines Vaters Mychailo überreichte Heraskewytsch dem Präsidenten seinen Helm, der mit Porträts ukrainischer Athleten verziert ist, die im Krieg ihr Leben verloren haben. Dieser Helm sollte ursprünglich im Wettkampf getragen werden, wurde aber vom IOC aufgrund von Richtlinien zum Ausdruck politischer Meinungen durch Athleten als unvereinbar mit der Olympischen Charta abgewiesen.

Cas-urteil fällt negativ aus

Der Versuch von Heraskewytsch, die Disqualifikation vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) rückgängig zu machen, scheiterte am Freitag. Trotz der Enttäuschung über das Urteil äußerte sich der 27-Jährige gefasst. Er zeigte sich frustriert über die „eindeutig diskriminierende Entscheidung“ des IOC und betonte, dass er zu Recht am Wettbewerb teilnehmen sollte.

Mehr als nur eine medaille

Dennoch sieht Heraskewytsch auch einen positiven Aspekt in der Kontroverse. „Gleichzeitig verstehe ich aber, dass dieser Skandal die Menschen weltweit im Hinblick auf unser Problem und die Opferbereitschaft dieser großartigen Athleten vereint hat. Und ich glaube, dieses Ziel ist viel wichtiger als jede Medaille“, so der Skeleton-Pilot. Die Aufmerksamkeit, die der Fall erregt hat, soll dazu beitragen, das Leid ukrainischer Sportler ins Bewusstsein der Welt zu rücken.

Hintergrund zur helm-kontroverse

Die Kontroverse um Heraskewytschs Helm entzündete sich an der Frage, inwieweit Athleten während internationaler Wettbewerbe politische Statements abgeben dürfen. Das IOC berief sich dabei auf die Olympische Charta, während Heraskewytsch argumentierte, er wolle lediglich an die gefallenen Sportler erinnern und auf die russische Aggression aufmerksam machen. Die Entscheidung des IOC stieß auf breite Kritik, insbesondere in der Ukraine.