Tennis-ikone verstummt: der „lange blonde“ horst klosterkemper ist tot

Düsseldorf trauert um eine Legende. Horst Klosterkemper, der Erfinder des World Team Cups und eine prägende Figur des deutschen Tennissports, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die kaum zu füllen sein wird – ein Mann, der das Tennis mit Leidenschaft und Herzblut geprägt hat.

Ein vermächtnis aus freundschaft und spitzensport

Dietloff von Arnim, der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), würdigte Klosterkempers Wirken als „einen, der Tennis mit Herzblut gelebt und geliebt hat“. Er hob besonders hervor, wie Klosterkemper mit Menschen umging: „Wie er mit Menschen umgegangen und jedem auf Augenhöhe begegnet ist, war schon prägend und vorbildhaft.“ Die lange Liste der Tennisstars, die in Düsseldorf unter Klosterkempers Ägide zu Gast waren, spricht Bände – Björn Borg, Jimmy Connors, Ivan Lendl, Mats Wilander, Stefan Edberg und natürlich Boris Becker. Für sie war ein Auftritt im Rochusclub stets ein Muss.

Klosterkemper verstand es wie kaum ein anderer, Spitzensport mit einer Atmosphäre der Freundschaft und des Respekts zu verbinden. 1978 ins Leben gerufen, entwickelte er den Nations Cup, den Vorläufer des World Team Cups, zu einem inoffiziellen Mannschafts-Weltmeisterschaftsturnier, das bis heute als eines der prestigeträchtigsten Events der Tennisszene gilt. Düsseldorf, wo er sich nach seiner schlesischen Geburtsstadt Glatz eine zweite Heimat fand, wurde untrennbar mit seinem Namen verbunden.

Vom maschinenbau zur tennis-revolution

Vom maschinenbau zur tennis-revolution

Die Karriere Klosterkempers verlief alles andere als geradlinig. Nach dem Abitur studierte er Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaften an der TH Aachen und begann seine berufliche Laufbahn bei den Düsseldorfer Henkel-Werken. Später übernahm er als Geschäftsführer die Düsseldorfer Messegesellschaft, bevor er sich 2004 für eine kurze, aber eindrucksvolle Amtszeit als ATP-Präsident Europa zur Verfügung stellte. Er war ein Mann vieler Talente, der stets neue Herausforderungen suchte.

Die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz im Jahr 2002 durch den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau unterstreicht Klosterkempers Verdienste um den deutschen Sport. Er hinterlässt ein Erbe, das weit über die Tennisbühne hinausreicht – ein Vermächtnis des Engagements, der Freundschaft und der Leidenschaft für den Sport. Sein Einfluss wird noch lange nachwirken.

Die Zahl der Spieler und Fans, die Klosterkempers Charme und Expertise zu schätzen wussten, ist unermesslich. Sein Tod markiert nicht nur das Ende einer Ära im deutschen Tennis, sondern auch den Verlust eines außergewöhnlichen Menschen, dessen Herz immer für den Sport schlug.