Tchouaméni fehlt in münchen – real hadert mit oliver und tah
Real Madrid reist
mit einem Bein im Krankenlager und dem anderen im Protest zum Viertelfinal-Rückspiel nach München: Aurelien Tchouaméni muss zuschauen, weil Michael Oliver ihm die fünfte Gelbe der Champions-League-Saison verpasste – und weil derselbe Referee Jonathan Tah nach einem Hackentreffer gegen Kylian Mbappé nur verwarnte. Die Königlichen sprechen von „Armut“ und „dem Schlag ins Gesicht“.Tah bleibt, tchouaméni fliegt
Die Szene, die Madrid in Rage versetzt, passierte in der 71. Minute. Tah grätscht mit offener Sohle, trifft Mbappé oberhalb der Achillessehne, der Stutzen reißt, Blut tropft. Gelb. Mehr nicht. VAR schweigt, Oliver bleibt cool. „Das ist keine taktische Grätsche, das ist rote Karte, weil er Gefahr für die Gesundheit des Gegners erzeugt“, schimpft Ex-Referee Antonio Mateu Lahoz im Movistar-Studio. Lutz Wagner sieht es anders – „Fuß noch relativ tief, Gelb geht gerade noch“ –, doch die Lager sind längst gespalten.
Real-Kids schreien, bayern-Kapitän Manuel Neuer beruhigt. Drei Minuten später donnert Mbappé den Anschlusstreffer zum 1:2. „Das ist der Mbappé, den wir sehen wollen“, sagt Co-Trainer Álvaro Arbeloa, doch die Wunde brennt weiter. Denn während Tah am Mittwoch normal trainiert, sitzt Tchouaméni im Estadio Alfredo Di Stéfano in Valdebebas und kickt gegen die Bande – gesperrt.

„Ich renne nur – und kassiere gelb?“
Sein Foul an Michael Olise war kein Bodycheck, eher ein Nachhaken. Oliver zückt Gelb, Nummer drei im Wettbewerb. Arbeloa: „Herber Verlust wegen einer Karte, bei der ich nicht weiß, was er gesehen hat.“ Tchouaméni selbst zuckt mit den Schultern: „Ich mache gar nichts, ich renne nur … das ist unfair.“ Die Statistik lügt nicht: Er führte vor der Szene genau zwei Fouls aus, beide gelb-würdig – Oliver aber belohnt Konsequenz mit Tribüne.
Die Lösung? Eduardo Camavinga rückt von links nach innen, Nacho oder Tchouaméni-Ersatz Luka Modrić übernehmen die Räume vor der Abwehr. „Wir haben eine großartige Mannschaft“, sagt der Gesperrte, doch die Worte klingen wie ein Placebo für den Schmerz, den Oliver hinterließ.
Am Dienstag in der Allianz Arena wird Tah laufen, Tchouaméni nicht. Real muss gewinnen, ohne seinen defensiven Herzschlag – und mit dem Gefühl, dass die Regeln in Madrid anders gelesen werden als in München. Die Rechnung ist schnell gemacht: Ein Spieler fehlt, ein anderer bleibt – und die Kartenflut der Königlichen geht weiter.
