Studie untersucht Wirksamkeit von Aurikulotherapie bei chronischer Migräne
Barcelona, Spanien – Eine neue Studie der Universität Süd Santa Catarina in Brasilien hat die Wirksamkeit von Aurikulotherapie bei Frauen mit chronischer Migräne untersucht. Die Ergebnisse, die auf dem Forum 2026 der Europäischen Neurowissenschaftsgesellschaften vorgestellt wurden, zeigen eine gewisse Linderung, allerdings ohne signifikante Unterschiede zwischen gezielter und nicht-zielgerichteter Stimulation.
Die Studie im Detail
Die Studie umfasste 68 Frauen mit chronischer Migräne (mindestens 15 Kopfschmerztage pro Monat) und teilte sie in zwei Gruppen ein. Die erste Gruppe erhielt acht Sitzungen Aurikulotherapie mit semipermanenten Nadeln an spezifischen Ohrpunkten zur Migränelinderung, gefolgt von der Anwendung von Senfsaat auf diesen Punkten zur Aufrechterhaltung der Stimulation. Die zweite Kontrollgruppe erhielt die gleiche Behandlung an Ohrpunkten, die nicht mit Migräne in Verbindung stehen.
Die Schmerzwahrnehmung wurde anhand des McGill-Fragebogens gemessen, die Auswirkungen der Migräne auf den Alltag mit dem HIT-6-Test. Zusätzlich wurde die Sauerstoffversorgung der präfrontalen Rinde mittels Emoencephalographie (EEG) untersucht.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen
Im Vergleich zur Ausgangsmessung konnte in beiden Gruppen eine Reduktion des Schmerzwertes festgestellt werden. Im Bereich der Aurikulotherapie sank der durchschnittliche Schmerzscore von 50,5 vor den Sitzungen auf 44,7 direkt danach und auf 41 nach 30 Tagen (ca. 11% Reduktion am Ende der Behandlung und 18% nach einem Monat). In der Kontrollgruppe betrugen die Reduktionen etwa 12% und 13%. Es gab jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.
Auch die Lebensqualität verbesserte sich in beiden Gruppen, allerdings ohne wesentliche Unterschiede. Die Forscher beobachteten zudem Veränderungen in der Sauerstoffversorgung der präfrontalen Rinde, jedoch ohne klaren Trend zwischen den Gruppen.
Interessanterweise zeigte sich in der Aurikulotherapie-Gruppe ein anhaltender Rückgang des Schmerzes auch einen Monat nach Beendigung der Sitzungen, während er in der Kontrollgruppe nahezu konstant blieb. Die Forscher betonen, dass weitere Studien mit größeren Stichproben erforderlich sind, um definitive Schlussfolgerungen zu ziehen. Sie untersuchen derzeit auch die zugrunde liegenden Mechanismen dieser potenziellen Wirkung.
