Sportschau: ki-stimme im update – revolution oder trick?
Die Sportschau setzt auf Künstliche Intelligenz – und zwar nicht nur für die Analyse von Spielzügen, sondern auch für die Erstellung von Audio-Inhalten. Ab sofort mischen sich synthetische Stimmen im „Sportschau Update“ unter die etablierten Reporterstimmen, eine Entwicklung, die nicht ohne Fragen und Diskussionen bleibt.
Was bedeutet das für die sportberichterstattung?
Das „Sportschau Update“ soll künftig noch schneller, aktueller und individueller sein. Die ARD testet, wie KI dabei helfen kann, die Redaktion zu entlasten und den Nutzern maßgeschneiderte Nachrichten zu liefern – beispielsweise zu ihren Lieblingssportarten oder -vereinen. Die Technologie der biddz GmbH, konkret die Plattform GoAudio, wird dabei eingesetzt, um aus bereits veröffentlichten ARD-Angeboten (Sportschau.de, Landesrundfunkanstalten) passende Inhalte auszuwählen, erste Entwürfe zu erstellen und diese dann mit einer KI-generierten Stimme zu sprechen. Aber keine Sorge: Die KI recherchiert keine eigenen Nachrichten und trifft keine journalistischen Entscheidungen – die redaktionelle Kontrolle bleibt weiterhin bei der Sportschau.
Ein wichtiger Punkt: Transparenz. Jede Ausgabe des „Sportschau Update“ beginnt mit einem deutlichen Hinweis: „Recherchiert von den Reporterinnen und Reportern der ARD – mit Hilfe von KI für euch zusammengestellt und gesprochen.“ So soll sichergestellt werden, dass die Zuschauer wissen, wann sie eine synthetische Stimme hören und wann die eines menschlichen Reporters.

Echte stimmen und ki – eine ungewohnte mischung
Im „Sportschau Update“ werden sowohl KI-Stimmen als auch Beiträge von erfahrenen ARD-Reportern zu hören sein. Interviews, Einschätzungen und O-Töne von Journalisten werden weiterhin von Menschen gesprochen – und ihre Namen werden vor der Einspielung genannt. Die redaktionelle Verantwortung liegt, wie immer, vollständig bei der Sportschau. Jede Ausgabe wird sorgfältig geprüft und bei Bedarf überarbeitet, bevor sie veröffentlicht wird. Automatische Veröffentlichung kommt nicht in Frage.
Die Sportschau sieht das „Sportschau Update“ als Teil eines Pilotprojekts, um die Möglichkeiten der KI im Sportjournalismus auszuloten. Ob dieser Schritt tatsächlich zu einer Verbesserung des Angebots für die Zuschauer führt, wird die Zeit zeigen. Das Feedback der Nutzer ist dabei entscheidend.
Die Frage, die sich stellt, ist nicht, ob KI in der Sportberichterstattung ihren Platz findet, sondern wie sie verantwortungsvoll und im Sinne der Zuschauer eingesetzt wird. Denn die Glaubwürdigkeit der Sportnachrichten hängt letztlich von der Qualität und der Unabhängigkeit der Berichterstattung ab.
