Spalletti fordert jugend-pflichtstart: rettungsanker für die nazionale?
Ein Erdbeben in der italienischen Fußballwelt: Luciano Spalletti, der ehemalige Nationaltrainer, hat einen radikalen Vorschlag vorgelegt, um die anhaltende Krise des italienischen Fußballs zu stoppen. Nach dem erneuten Scheitern der Nazionale bei der WM und der EM fordert er nun, dass in jedem Serie-A-Team ab der ersten Minute mindestens ein Spieler unter 19 Jahren eingesetzt werden muss.

Ein schock für die etablierten kräfte?
Die Forderung kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Italien steckt in einer tiefen Identitätskrise. Die jüngsten internationalen Debakel haben die Frage aufgeworfen, ob das bestehende System überhaupt noch zeitgemäß ist. Spalletti, der selbst die bittere Erfahrung machte, mit der Nazionale gegen die Schweiz und Norwegen unterlegen zu sein, sieht in der Förderung junger Talente den einzigen Ausweg. „Aber wenn man in der Serie A in jedem Team einen U19-Spieler von Beginn an aufstellt?“, fragte er rhetorisch – und traf damit einen Nerv.
Die Liste der potenziellen Kandidaten ist überraschend lang. Atalanta könnte auf Ahanor setzen, während Bologna bereits auf Pessina bauen kann. Auch Cagliari hat mit Mendy eine interessante Option. In Como könnte Bonsignori überraschen, während die Cremonese auf die Visionen von Lottici setzt. Die Fiorentina verfügt über drei vielversprechende Talente, und Genoa kann auf einen wichtigen Nachwuchslehrgang zählen. Selbst die Inter könnte auf Cocchi setzen.
Die Juventus, unter Spallettis neuer Leitung, beobachtet die Entwicklung von gleich vier talentierten Spielern genau. Die Lazio könnte auf den jungen Torwart Giacomone bauen, während Lecce nicht nur auf Camarda setzt. Auch der AC Milan hat mit Comotto im U21-Bereich einen interessanten Spieler. Der SSC Neapel profitiert von Rao, der in Bari bereits überzeugt. Parma setzt auf Britschgi, der dort bereits Stammspieler ist. Pisa kann auf Bettazzi und seinen Torinstinkt bauen, während die Roma auf Arena als den am weitesten entwickelten Spieler hofft. Auch der Sassuolo ist auf der Suche nach italienischen Talenten, während Torino auf Acquah als wichtigen Mannschaftsspieler baut. Udinese könnte in Mlacic einen Spieler entdeckt haben, der von Inter abgeworben wurde. Und schließlich könnte Verona auf De Battisti und seine Entwicklung im Verein setzen.
Die Frage ist nicht, ob Spallettis Vorschlag umsetzbar ist, sondern ob er notwendig ist. Es geht um mehr als nur um die Förderung junger Talente. Es geht um die Zukunft des italienischen Fußballs – um eine Neuausrichtung, die den Fokus wieder auf die eigene Jugend und die Entwicklung von Spielern legt. Denn eines ist klar: Die aktuelle Generation reicht nicht aus, um mit den europäischen Spitzenklubs mitzuhalten.
Die Gazzetta dello Sport feiert übrigens ihr 130-jähriges Bestehen. Ein Grund zum Anstoßen, aber auch eine Mahnung, die Geschichte des italienischen Fußballs nicht zu vergessen – und die Zukunft aktiv zu gestalten.
