Rieck rettet titelchance mit 5:3-krimi – blizovsky fliegt raus

Levy Finn Rieck zitterte, zockte, traf – und darf weiter vom zweiten deutschen FC-Titel träumen. Im Winner-Takes-It-All-Duell der VBL-Gruppe 1 schickte der Leipziger Vizeweltmeister Yuval Blizovsky mit einem 5:3-Sieg nach Hause und sicherte sich selbst das Ticket für die Zwischenrunde.

Blizovsky scheitert an eigener druckwucht

Die Rechnung war simpel: Wer verliert, fliegt. Beide hatten nach zwei Auftaktniederlagen noch einmal die Kurve gekriegt, doch im direkten Vergleich brach für Blizovsky der Favoritenfluch zusammen. Der Israeli agierte zu offensiv, Rieck ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und kassierte dank effizienter Konter den Lucky-Punch. „Ich habe nur noch auf meine Läufe gewartet – und sie kamen“, sagte der 21-Jährige nach dem Schlusspfiff.

Die Statistik gegen ihn: 39 Gegentore in vier Spielen. Nassim „Nassada“ Dahman verwandelte die Gruppe 1 in ein Schießstand. Der Freiburger erzielte 39 Treffer, demontierte selbst Topfavoriten wie Rieck (3:14) und Allocca (3:10) und ist als einziger Spieler mit perfektem 4:0-Record bereits fürs Achtelfinale gebucht.

Arda gümüs jagt dahman – und die tabelle

Arda gümüs jagt dahman – und die tabelle

Dahmans Torrausch ist Programm. Auch Arda Gümüs (Heidenheim) netzte 38-mal und schickte St. Paulis Ben Ludwig mit 15:6 heim – die torreichste Partie des Tages. Die hohen Ergebnisse sind kein Zufall: „Die Defensivschienen sind locker, wer zuerst schaltet, trifft“, erklärte Gümüs. Mit Furkan Kayacik (Bayern), Steffen Pöppe (Hamburg) und Francesco Allocca (Dortmund) folgen weitere drei Akteure schon ohne Zwischenrunde ins Offline-Event nach Hamburg.

Rieck muss dagegen noch ran. Am Donnerstag trifft er in der Zwischenrunde auf Konkurrenten wie Marc Landwehr (Leverkusen), Jamie Bartel (Bochum) oder DFB-ePokalsieger Jannis Pütz. Ein Sieg reicht, um unter den besten 16 zu landen – und die Titelverteidigung lebendig zu halten.

Gruppe 2 rollt den roten teppich aus

Gruppe 2 rollt den roten teppich aus

Am Mittwochabend folgt der nächste Leckerbissen. Umut Gültekin (RBLZ Gaming), Berkay Demirci (FC St. Pauli) und Koray Kücükgünar (FC Bayern) greifen ab 18 Uhr zum Controller. Fünf weitere Achtelfinalplätze sind frei, sechs Spieler müssen zusätzlich die Zwischenrunde retten. Die restlichen deutschen Meistertitelanwärter wissen: Ein Ausrutscher reicht, um wie Blizovsky leer auszugehen.

Die neue VBL-Struktur verlängert den Kampf: Statt wie früher binnen Wochenende wird über anderthalb Wochen gebolzt, ehe am 19. April in Hamburg der Champion gekürt wird. Mehr Zeit für Taktik, mehr Raum für Drama – und für Rieck eine zweite Chance, aus dem Fluch des Titelverteidigers einen Segen zu machen.