Rieck rettet sich ins zwischenfinale – blizovsky fliegt raus
Levy Finn Rieck zittert, jubelt, lebt. Der Titelverteidiger schlägt Yuval Blizovsky 5:3 und rutscht als letzter Deutscher durch die Tür zum Zwischenfinale. Für den FC-24-Vizeweltmeister ist Schluss, bevor Hamburg überhaupt lossprintet.
Drama in schweizer runde vier
Zwei Niederlagen, dann ein Sieg – beide hatten sich auf Messers Schneide gebracht. Im direkten Duell ging es um reinen Überlebenswillen. Rieck nutzte zwei frühe Ballverluste des Israelis, knallte drei Gegenstöße in Serie und baute die Führung zur beruhigenden 3:1-Halbzeit aus. Blizovsky wechselte die Formation, presste höher, kam auf 3:4 heran, doch der Leipziger schloss in der 78. Minute den Sack. Er selbst kann es kaum fassen: „Ich saße im Strafraum, habe nur noch abgeklopft – das war reine Nervosität.“
Die Zahlen hinter dem Happy-End: Rieck traf nur neunmal, kassierte aber auch nur drei Gegentore. Das reicht, weil die Konkurrenz in Gruppe 1 ein Torfestival feierte.

Nassim dahman fegt alle weg
Während Rieck um jeden Zähler rang, läuft Nassim Dahman bereits auf Hochtouren. Der Freiburger schraubt sich mit vier Siegen an die Spitze, schießt 39 Tore in vier Partien – ein Schnitt von fast zehn pro Spiel. Gegner werden zu Statisten: Rieck kassiert ein 3:14, Francesco Allocca ein 3:10. Dahmans Spitzname „Nassada“ passt: Er tritt auf wie ein Wirbelwind, der jeden Spielfluss zerreißt.
Arda Gümüs von Heidenheim hält mit 38 Treffern ebenfalls die Liga in Atem. Sein 15:6 gegen Ben Ludwig ist die torreichste Partie der Gruppe. Wer defensiv schläft, fliegt – so lautet das einfache Gesetz des Abends.

Donnerstag wird gelootet
Rieck muss nun in die Zwischenrunde, trifft dort auf Marc Landwehr, Jamie Bartel und DFB-ePokalsieger Jannis Pütz. Kein leeres Los, denn jeder der sechs Gruppenzweiten kämpft um nur vier freie Tickets fürs Achtelfinale in der Hamburger edel-optics.de Arena. Die Rechnung ist gnadenhaft: Ein Unentschieden reicht nicht, zwei Siege machen fast sicher.
Für Blizovsky, Rick Mietzsch, Riad Fazlija, Ruben dos Santos Pereira und Ermin Bukvic ist dagegen Feierabend. Sie verlassen das Turnier, bevor der eigentliche Showdown beginnt.

Gruppe 2 folgt mit gültekin & co.
Am Mittwochabend übernimmt Gruppe 2 das Kommando. Umut Gültekin (RBLZ Gaming), Berkay Demirci (FC St. Pauli) und Koray Kücükgünar (FC Bayern München) starten um 18 Uhr in die Jagd nach fünf weiteren Achtelfinalplätzen. Das Tempo bleibt hoch, denn die neue Format-Strecke zieht sich bis zum 19. April – erstmals keine 48-Stunden-Blitzmission, sondern eine anderthalbwöchige Schachpartie auf höchstem Niveau.
Rieck hat sich vorgenommen, erst einmal durchzuschnaufen. Dann wird geladen, was das Zeug hält. Hamburg wartet – und mit ihm die Frage, ob ein geretteter Titelverteidiger am Ende stärker ist als ein makelloser Gruppensieger. Die Antwort gibt’s in neun Tagen.
