Msv duisburg: hirsch explota nach niederlage – schiri und gegner im visier

Aachen – Statt des erhofften Aufstiegsrutsches landete der MSV Duisburg eine bittere 1:3-Niederlage beim KFC Alemannia Aachen. Coach Dietmar Hirsch zeigte sich nach dem Spiel in einer ungewöhnlichen Wutentladung, die weit über die übliche Sportlerschaft hinausging und sowohl Schiedsrichter Lukas Benen als auch den Gastgeber in die Schusslinie nahm.

Ein coach außer rand und band

Hirsch begann seine Spielanalyse bei MagentaSport mit der Feststellung, dass er „wahrscheinlich heute ein schlechter Verlierer“ sei. Zwar räumte er ein, dass seine Mannschaft Fehler gemacht habe – „wir haben einfach Bälle verloren und die Gegentore uns selbst reingeworfen“ – doch er sah die Verantwortung für die vermeintlich „echt nicht nötige“ Niederlage nicht allein bei seinen Spielern. Vielmehr machte er die umstrittenen Entscheidungen des Schiedsrichtergespans und das Verhalten der Alemannia verantwortlich.

Besonders auf die Palme brachte Hirsch die Gelbe Karte für Ben Schlicke, der Gaudino zwar intensiv, aber auch den Ball traf. „Ich finde, er darf überhaupt keine Gelbe Karte bekommen!“, wetterte der Coach. Im Gegensatz dazu bemängelte er mehrere Fouls der Alemannia, die unbeachtet blieben. „Das ist einfach nicht möglich, diese zweierlei Maßnahme des Schiedsrichtergespans!“, so Hirsch, der sich zudem über die Aufregung des „Vierten Offiziellen“ lustig machte.

Zeitverschleppung und unfairer spielstil

Zeitverschleppung und unfairer spielstil

Doch nicht nur der Schiedsrichter erntete Hirschs Zorn. Auch der Spielstil der Alemannia wurde scharf kritisiert. „Wie die Alemannia das Spiel in der zweiten Halbzeit durch Unterbrechungen verlangsamt hat, ist extrem unfair“, prangerte er an. Die sieben Minuten Nachspielzeit, die obendrauf gegeben wurden, seien dabei völlig unangebracht gewesen. „Ich glaube nicht, dass eine Aachener Mannschaft mit ihrem Lauf und ihrer Qualität es nötig hat, das Spiel so bewusst zu verlangsamen. Das gehört sich nicht.“

Hirsch betonte, dass er solch ein Verhalten bei seinen eigenen Spielern nicht akzeptieren würde. „Wenn wir das bei uns im Stadion machen würden, würden die vielleicht sagen: ‚clever‘. Ich sage: ‚unfair‘.“

Trotz der Niederlage betonte Hirsch, dass der MSV Duisburg nicht die schlechtere Mannschaft gewesen sei. „Bei vielen anderen Niederlagen in dieser Saison waren wir einfach komplett scheiße“, räumte er ein, „aber hier, am Tivoli, haben wir eben speziell im ersten Durchgang die Power und die Abstimmung vermissen lassen.“

Die kommenden Spiele gegen Essen und Cottbus werden nun entscheidend, um den Abstiegskampf nicht zu gefährden und zumindest Platz drei zu sichern. „Wir wollen neun Punkte holen, wir müssen es sogar, um Platz zwei oder zumindest Platz drei zu holen. Und das wollen wir natürlich versuchen.“ Ob Hirsch dabei seine Contenance bewahren kann, bleibt abzuwarten.