Moritz seider: olympia-hoffnungen, draisaitl als kapitän und der traum vom edelmetall

Guter start, große herausforderungen

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei den Olympischen Winterspielen in Mailand einen erfolgreichen Start hingelegt. Nach dem 3:1-Sieg gegen Dänemark blickt NHL-Profi Moritz Seider jedoch bereits auf die kommenden, größeren Herausforderungen. Im exklusiven Interview mit SPORT1 spricht der Verteidiger über die neue Hierarchie im Team, das bevorstehende Duell mit seinem Detroit-Kapitän Dylan Larkin und die realistische Einschätzung der Medaillen-Chancen.

"Echt super aufgespielt" – analyse des dänemark-spiels

"Echt super aufgespielt" – analyse des dänemark-spiels

Moritz Seider zeigte sich zufrieden mit dem Auftakt: „Es war ein super Start, vor allem die ersten zehn Minuten. Wir haben echt super aufgespielt mit viel Tempo und direkt schon gezeigt, in welche Richtung das gehen kann.“ Nach einer kleinen Schwächephase habe das Team jedoch gute Anpassungen vorgenommen und das Spiel kontrolliert. Entscheidend war laut Seider die starke Leistung des Torwarts und die effektive Nutzung der Überzahl.

Teamgeist und hierarchie im deb-team

Die Freundin von Moritz Seider, Anna Seidel, hatte während der Übertragung die Bedeutung des Teamgeists hervorgehoben. Seider bestätigte, dass die Mannschaft bereits gut zusammenarbeitet: „Ich glaube, wir sind da schon relativ gut. Es waren echt gute Spielzüge schon dabei. Wir finden uns auch im Training immer besser zurecht.“ Er betonte, dass die Hierarchie im Team gut verteilt ist und jeder seine Meinung äußern kann.

Leon draisaitl als kapitän – ein ruhiger leader

Die Rolle von Leon Draisaitl als neuem Kapitän wurde ebenfalls thematisiert. Seider beschrieb ihn als eher ruhigen Leader, der mit gutem Beispiel vorangeht. Allerdings gibt es auch andere erfahrene Spieler im Team, wie Moritz Müller, Kai Wissmann und Jonas Müller, die ebenfalls Führungsqualitäten besitzen. „Da brauchen wir nicht immer nur auf die drei Jungs hören, die jetzt einen Buchstaben haben. Das verteilt sich sehr, sehr gut.“

Powerplay als schlüssel zum erfolg

Das Powerplay, besetzt mit NHL-Stars wie Stützle, Peterka, Samanski, Draisaitl und Seider, könnte ein entscheidender Faktor für den Erfolg sein. Seider betonte die Bedeutung von Überzahl und Unterzahl sowie der Torhüterleistung: „Die wollen wir auf unsere Seite reißen.“ Er lobte die Power im Powerplay und die Qualität von Leon Draisaitl bei der Verteilung der Scheibe.

Nhl-stars und die zukunft der olympia-teilnahme

Die Teilnahme von NHL-Spielern an den Olympischen Spielen ist ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Nationalmannschaften. Seider äußerte die Hoffnung, dass auch in Zukunft NHL-Spieler freigestellt werden: „Es liegt nicht in unserer Hand, aber wir werden natürlich immer alles dafür tun, dass wir die Chance bekommen, dabei sein zu dürfen, und das auch immer wieder erwähnen.“ Die Freude der Spieler und Fans sollte ein Zeichen setzen.

Realistische erwartungen und der vergleich mit top-nationen

Moritz Seider mahnte zu realistischen Erwartungen. Obwohl Deutschland derzeit die beste Nationalmannschaft aller Zeiten habe, seien auch andere Nationen wie Finnland, Schweden, USA und Kanada mit ihren besten Mannschaften vertreten. „Team Finnland, Schweden, USA, Kanada, die Jungs sind natürlich alle voll besetzt. Das wird eine extreme Challenge für uns.“ Er betonte, dass es wichtig sei, die Leistung zu bewerten und sich nicht nur auf die Platzierung zu konzentrieren.

Duell mit larkin und die bedeutung der kaderbreite

Das bevorstehende Spiel gegen die USA, bei dem Seider gegen seinen Kapitän aus Detroit, Dylan Larkin, antreten wird, verspricht ein spannendes Duell zu werden. Seider räumte ein, dass die USA über eine breitere Kaderqualität verfügen, aber das deutsche Team sei bereit, alles zu geben. Die Belastung durch die zahlreichen Spiele in kurzer Zeit sei eine Herausforderung, aber die Profis seien dafür vorbereitet.

Eisbedingungen und olympia-hype

Die Eisfläche in Mailand ist etwas kleiner als in der NHL, was jedoch laut Seider kaum spürbar ist. Die Eisbedingungen seien nicht optimal, aber für alle Teams gleich. Er rief dazu auf, sich nicht über das Eis zu beschweren, sondern das Beste daraus zu machen. Seider zeigte sich begeistert von der Stimmung im Olympischen Dorf und betonte, dass die deutsche Nationalmannschaft durch Leidenschaft und Stolz einen Hype in Deutschland entfachen kann.