Merino sticht wieder zu: ronaldo verabschiedet sich von der wm!
Dallas – Ein Schock für Portugal, ein Triumph für Spanien: Mikel Merino besiegelte mit seinem Last-Minute-Tor den Einzug seiner Mannschaft ins WM-Viertelfinale und beendete höchstwahrscheinlich Cristiano Ronaldos Karriere auf höchstem Niveau. Der 29-Jährige bewies einmal mehr, dass er der Mann für entscheidende Momente ist – und schickte eine weitere Fußballlegende in den Ruhestand.
Die minuten, die eine ära beenden
Es waren nur sechs Minuten Nachspielzeit nötig, um eine Ära endgültig abzuschließen. Nach einem an ihm selbst verschuldeten Freistoß initiierte Merino einen Angriff, der über Rodri und Ferran Torres wieder zu ihm führte. Im Strafraum ließ er die portugiesische Abwehr alt aussehen und schob den Ball mit links zum 1:0-Sieg für Spanien ins Netz. Ein Tor, das mehr als nur ein Weiterkommen bedeutete.
Luis de la Fuente, Spaniens Nationaltrainer, überschwappte nach dem Spiel vor Lob: „Mikel Merino versagt nie, er ist ein sicherer Wert. Er ist in den entscheidenden Momenten immer zur Stelle.“ Ein sentimentales Bild bot sich hingegen auf der anderen Seite des Feldes: Cristiano Ronaldo, der Kapitän Portugals, weinte nach der Niederlage. Der 41-Jährige selbst räumte nach dem Spiel ein, dass es „höchstwahrscheinlich“ seine letzte Weltmeisterschaft gewesen sei. Ein bitteres Ende für eine der größten Fußballlegenden aller Zeiten – beendet durch den Mann, der bereits zuvor für Aufsehen gesorgt hat.

Der „henker der legenden“ – ein déjà-vu
Die spanische Sportzeitung Marca kürte Merino denn auch treffend zum „Henker der Legenden“. Denn auch bei der Heim-EM 2024 ließ der Mittelfeldspieler Deutschland im Viertelfinale das Nachsehen. In der 80. Minute eingewechselt, traf Merino in der vorletzten Minute der Verlängerung per Kopf zum 2:1-Sieg und beendete damit die Länderspielkarrieren von Toni Kroos, Thomas Müller und Ilkay Gündogan. Die deutsche Nationalmannschaft hatte im Anschluss lange über einen nicht gegebenen Elfmeter nach einem Handspiel von Marc Cucurella diskutiert, während Spanien den Triumph feierte.
Kroos, der von Julian Nagelsmann für die EM zurückgeholt worden war, drückte nach dem Spiel seine Enttäuschung aus: „Heute sind wir extrem traurig. Wir hatten ein großes Ziel, dieser Traum ist jetzt geplatzt.“ Die spanischen Medien hingegen feierten Merino, damals wie heute. „Mikel Merino hat sich mit Spanien als Held verkleidet“, hieß es. Seine Treffer – der Kopfball gegen Deutschland und der Schuss gegen Portugal – sind zwei Momente der Ekstase, die untrennbar mit seinem Namen verbunden sind.

Die rückkehr des unmöglichen
Die Geschichte von Mikel Merinos Weg zur WM ist bemerkenswert. „Vor einigen Monaten war es noch undenkbar, hier zu sein“, gestand Merino nach dem Spiel. Ende Januar hatte er sich im Spiel gegen Manchester United schwer am Fuß verletzt und musste operiert werden. 28 Partien verpasste er, bevor er am letzten Spieltag der Premier League sein Comeback feierte – und den englischen Meistertitel gewann. Ein Triumph, der ihm nun zusätzliche Würze verleiht.
Die Frage, die nun im Raum steht: Wird Merino auch Kevin De Bruyne in Rente schicken? Im Viertelfinale gegen Belgien winkt ihm die nächste Chance, eine weitere große internationale Karriere zu beenden. Gerüchte besagen, dass De Bruyne nach der WM seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft in Erwägung ziehen könnte. Die Welt des Fußballs hält den Atem an.
