Matthäus schimpft: wm-vorrunde zu fade für nachtschichten
Lothar Matthäus, sonst alles andere als ein Mann der leichten Kost, hat seine Unzufriedenheit mit dem WM-Modell 2026 deutlich gemacht. Die schiere Größe des Turniers mit 48 Mannschaften und den damit einhergehenden unvorteilhaften Anstoßzeiten für europäische Fans hat es ihm angetan – oder eben nicht.

Die spannung fehlt bei den gruppenspielen
„Ein Spiel anzugucken und um 4.00 Uhr aufzustehen, bei dem ich vorher weiß, wer gewinnt, da fehlt mir die Fantasie, dass ich dafür meine Nachtruhe opfere“, polterte der 1990er Weltmeister im RTL/ntv-Interview. Matthäus bemängelt vor allem, dass die Gruppenphase, in der sich viele vermeintlich schwächere Teams überraschend gut schlagen, für ihn schlichtweg zu wenig Spannung bietet. „Es ist wunderschön für die kleinen Länder“, räumt er ein, „die sonst wahrscheinlich keine Möglichkeit gehabt hätten, bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein. Ich verstehe die Ansätze der FIFA.“
Doch der Wunsch nach Top-Duellen wie Brasilien gegen England oder Deutschland gegen Argentinien ist größer. Matthäus wählt gezielt nur solche Partien aus, die ihn wirklich interessieren. Die Auslosung, die Deutschland gegen Curacao, die Elfenbeinküste und Ecuador setzte – durchaus komfortable Zeiten für deutsche Fans – lässt ihn jedoch kalt, zumindest in Bezug auf die Erwartungen an ein Weltklasse-Event.
Die FIFA hat mit der Erweiterung der WM auf 48 Teams zweifellos versucht, mehr Nationen am globalen Fußballfest teilhaben zu lassen. Doch die Konsequenzen für die Zuschauer in Europa sind nicht zu übersehen. Die Qualität der Spiele in der Vorrunde leidet, und die Begeisterung der Fans, insbesondere solcher mit einem kritischen Blick wie Matthäus, bleibt auf der Strecke. Die Entscheidung, den Wettbewerb auf diese Weise zu erweitern, mag sportpolitisch nachvollziehbar sein, doch der Unterhaltungswert für den Fan leidet darunter – das ist die bittere Wahrheit.
