Luke littler schlägt zurück: promi-status nervt, phil taylors krone lockt

Luke Littler hasst das Rampenlicht. Der 19-Jährige will kein Superstar sein, nur Pfeile werfen. Dabei jagt er gerade den größten Giganten aller Zeiten.

„Ich bin kein promi, ich bin dartspieler“

Die Szene ist schnell erzählt: Kameras blitzen, Fans kreischen, Sponsoren wollen Selfies. Littler zieht die Kapuze tiefer. „Ehrlich gesagt, wäre ich lieber einfach nur ein Dartsspieler als eine Art Promi“, sagt er im Interview mit der Sport Bild. Die Pflichttermine nach seinem zweiten WM-Titel im Januar hat er abgehakt wie ein lästiges Double-Out. „Das gehört eben dazu, wenn man Weltmeister wird“, seufzt er. „Aber ich will einfach nur spielen.“

Genau das tut er zurzeit besser als jeder andere. Seit November steht der Engländer an der Spitze der Welt, nach dem Triumph in der Alexandra Palace hat er die Serie auf 71 Tage ausgebaut. Das klingt nach einem Wochenendtrip, ist aber der Startschuss für eine Jagd, die Taylors Mythos berühren könnte.

3323 Tage an der spitze – die zahl, die littler nicht loslässt

3323 Tage an der spitze – die zahl, die littler nicht loslässt

Phil Taylor regierte 3323 Tage lang das Ranking – neun Jahre, ein Monat, fünf Tage. Die längste durchgehende Serie hält Michael van Gerwen mit 2559 Tagen. Littler kennt beide Zahlen auswendig. „Mein Ziel ist es, Rekorde von Phil Taylor zu brechen, zum Beispiel die längste Zeit an der Spitze“, sagt er. Kein „vielleicht“, kein „wenn es klappt“. Eine Ansage.

Den nächsten Haken hat er sich bereits gesetzt: 16 Weltmeistertitel. Taylor gilt als unerreichbar. Littler lacht kurz. „16 Weltmeistertitel sind natürlich eine enorme Aufgabe“, sagt er. Dann kommt der Satz, der seine DNA offenlegt: „Aber ich will noch lange spielen, weitere Turniere gewinnen und mir solche Ziele setzen.“

Die Rechnung ist simpel. Littler ist 19. Wenn er allein die beiden Major-Turniere pro Jahr dominiert, bräuchte er bis 2035. Die Physik ist auf seiner Seite, die Konkurrenz sieht alt aus, und die Pfeile fliegen schneller als je zuvor. Die Frage ist nicht, ob er kann. Die Frage ist, ob er will.

Der Junge, der den Promi-Status verabscheut, könnte genau deshalb zum größten Star werden. Denn während andere Selfies suchen, sucht er das Triple-20. Und trifft.