Letzte tage, letzte würde: hospize im fokus
Domenico Iannacone wagt erneut einen Blick in die Abgründe unserer Gesellschaft – diesmal in Hospize, Orte der stillen Abschiede und der palliativen Pflege. Seine neue Staffel von „Che ci faccio qui“ beginnt am 16. Juni und verspricht, eine schonungslose, aber auch zutiefst menschliche Reportage zu liefern.

Ein leben am rande – und die frage nach der würde
Die siebte Staffel der Sendung, die bereits als Theaterstück erprobt wurde, konzentriert sich auf die Frage, wie wir mit dem Sterben umgehen. Iannacone begibt sich nicht in klinische Distanz, sondern in den unmittelbaren Kontakt mit den Betroffenen: Patienten, Familien, Ärzte und Pflegekräfte. Er will nicht nur zeigen, wie die palliativen Pflege aussehen, sondern vor allem, wie die Menschen in dieser Situation leben und sterben – und was es bedeutet, die letzte Zeit würdevoll zu gestalten.
Die erste Folge führt uns in das Hospice Madre Teresa di Calcutta in Larino, Molise. Es ist das einzige Zentrum seiner Art in der Region und wird vom Dr. Mariano Flocco geleitet. Hier wird die Therapie der Schmerzlinderung nicht nur medizinisch gesehen, sondern auch als ethische Aufgabe betrachtet. Es geht darum, die Leiden zu lindern und die Persönlichkeit des Patienten bis zum Schluss zu bewahren. Die Zahl der Hospizbetten in Italien steigt zwar langsam, aber der Bedarf ist immens – ein Fakt, der die Dringlichkeit der Thematik unterstreicht.
Iannacone verzichtet auf reißerische Inszenierungen. Stattdessen beobachtet er, lauscht und lässt die Bilder für sich sprechen. Er versucht, die Atmosphäre in diesen besonderen Orten einzufangen, die Beziehungen zwischen den Menschen zu verstehen und die individuellen Geschichten zu erzählen. Es geht um Momente der Nähe, der Trauer, aber auch der Hoffnung und des Friedens.
Die Sendung zeigt nicht das Ende, sondern das, was von ihm übrigbleibt. Es geht nicht um den Tod als solches, sondern um die letzten Tage des Lebens, in denen noch immer Sehnsüchte, Erinnerungen und die Suche nach Sinn existieren. Denn selbst im Angesicht des Abschieds bleibt der Wunsch nach Würde und Anerkennung bestehen. Die Sendung ist eine Mahnung, das Leben in all seinen Facetten zu schätzen – auch und gerade in seinen schwierigsten Momenten.
