Heidelberg: weathers spricht offen über brüder-entlassung und zukunft

Die MLP Academics Heidelberg stehen vor dem Abgrund. Ein emotionales Saisonfinale, ein Trainerwechsel und interne Konflikte haben den Verein in eine tiefe Krise gestürzt. Doch inmitten des Chaos meldet sich Point Guard Michael Weathers zu Wort – und offenbart, wie er mit den Turbulenzen umgeht und welche Ambitionen er für die Zukunft hat.

Die entlassung seines bruders: ein schock für weathers

Die überraschende Entlassung von Marcus Weathers, Michaels Bruder und ebenfalls Leistungsträger, im Dezember traf den Verein wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Die Verpflichtung des älteren Weathers war sogar eine Bedingung für Michaels Vertragsverlängerung in Heidelberg gewesen. „Ich war davon völlig überrascht“, gibt Michael Weathers in einem exklusiven Interview mit basketball-world.news zu. „Es hat mich stark beeinflusst. Ich bin sehr eng mit meinem Bruder, und das hat mich in eine düstere Stimmung versetzt.“ Die gemeinsame Vergangenheit, geprägt vom frühen Verlust beider Elternteile, hat die Bindung der Weathers-Brüder noch verstärkt – die Entlassung schmerzte daher umso mehr.

Doch Weathers scheint entschlossen, die negativen Erfahrungen in positive Energie umzuwandeln. „Nach einigen Niederlagen würden viele Leute den Kopf in den Sand stecken“, betont er, „aber unser Team reagiert auf Rückschläge in einer sehr positiven Art und Weise.“ Der klare Sieg gegen Frankfurt am vergangenen Wochenende (73:93) untermauerte diese Aussage eindrucksvoll und verkürzte den Rückstand auf Jena auf lediglich zwei Siege.

Ein neuer ansatz unter carlo finetti

Ein neuer ansatz unter carlo finetti

Der Trainerwechsel von Danny Jansson zu Carlo Finetti hat in Heidelberg für eine spürbare Aufbruchstimmung gesorgt. „Danny war eher der entspannte Typ“, beschreibt Weathers den Ex-Coach. Finetti hingegen verfolgt einen proaktiveren und fordernden Ansatz. „Viele von uns werden in der nächsten Saison weg sein. Umso wichtiger ist es, die Spieler zu pushen und an ihr Limit zu bringen. Carlo macht einen großartigen Job darin, uns herauszufordern.“, so Weathers.

Ein weiterer Faktor, der die Leistung der Academics in dieser Saison beeinträchtigt hat, war die mangelnde Konstanz. Nach dem überraschenden Heimsieg gegen Ulm folgte eine deutliche Niederlage gegen Rostock mit 31 Punkten Unterschied. Unter Finetti scheint diese Konstanz jedoch zuzunehmen, was angesichts des drohenden Abstiegskampfes unerlässlich ist. Der Schlüssel zum Erfolg liegt laut Weathers in der Rückbesinnung auf die defensive Stabilität der Vorsaison: „Die größte Frage war für uns in dieser Saison die Defensive. Die muss jetzt ein neues Level erreichen.“

Obwohl Weathers eine Zukunft in Heidelberg über die laufende Saison hinaus unwahrscheinlich hält und auch eine Verbleib in der BBL fraglich erscheint, konzentriert er sich nun voll und ganz auf den Klassenerhalt. „Die letzten paar Spiele können wir definitiv gewinnen, wenn wir mit der richtigen Einstellung herangehen“, versichert der 23-Jährige. Und mit der aktuellen Formkurve und dem neu gewonnenen Hunger könnte es für die MLP Academics Heidelberg tatsächlich noch zu einem überraschenden Verbleib in der Bundesliga reichen.

Nach dem Interview gegen Frankfurt, dem ersten unter der neuen Führung, bewiesen die Academics, dass sie bereit sind, alles zu geben. Das Rennen um den Klassenerhalt ist noch lange nicht entschieden, aber mit der richtigen Einstellung und einer gehörigen Portion Kampfgeist können die Weathers-Brüder und ihre Teamkollegen noch für einige Überraschungen sorgen.