Frauen-bundesliga: einigung im joint venture mit dem dfb gescheitert
Streit um die zukunft der frauen-bundesliga
Die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft unter einem Dach ist vorerst geplatzt. Nach der ersten Sitzung des Ligaverbandes gibt es keine Einigung bezüglich des geplanten Joint Ventures zwischen den Klubs und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der erhoffte Fortschritt in der Professionalisierung und Vermarktung der Frauen-Bundesliga bleibt somit aus.

Erneuter dfb-einstieg gescheitert
Der Ligaverband lehnte auf seiner ersten Mitgliederversammlung am Donnerstag die gemeinsame Gründung eines Joint Ventures ab. Grundlage waren die in den vergangenen Wochen erarbeiteten Ergebnisse der Verhandlungen mit dem DFB. Doch die Vorstellungen gingen zu weit auseinander. Es wurde festgestellt, dass die vom DFB kommunizierten Positionen und Rahmenbedingungen nicht erfüllbar sind.

Die position des fbl e.v.
Katharina Kiel, Präsidentin des FBL e.V., betonte: “Für uns ist entscheidend: Die Zukunft der Frauen-Bundesliga muss dort gestaltet werden, wo der sportliche und wirtschaftliche Motor liegt – bei den Klubs. Sie tragen die größte Investitions- und Umsetzungsverantwortung und brauchen dafür klare Zuständigkeiten.” Der Verband will die Kontrolle über die Entwicklung der Liga behalten.
Finanzielle aspekte im fokus
Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen auch finanzielle Fragen. Der Verband hatte 100 Millionen Euro über acht Jahre Investitionen angekündigt, während die Kosten für die Vereine zwischen 300 und 900 Millionen Euro liegen sollen, um Infrastruktur, Mindestgehälter und Nachwuchsförderung zu verbessern. Die Verteilung dieser Mittel war ein Streitpunkt.
Die reaktion des dfb
Der DFB bedauert die Entscheidung des FBL e.V., zeigt aber weiterhin Gesprächsbereitschaft. „Wir wollen in der Sache vorankommen und sind weiterhin an guten Lösungen interessiert. Das gebietet allein die fortschreitende internationale Entwicklung des Frauenfußballs“, teilte der DFB mit. Der Verband sieht die Notwendigkeit einer Professionalisierung, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.
Gründung des ligaverbandes als auslöser
Die Gründung des Ligaverbandes „Frauen-Bundesliga FBL e.V.“ im Dezember war eine Reaktion auf das Zerwürfnis mit dem DFB. Die Vereine warfen dem Verband vor, sich nicht an getroffenen Vereinbarungen zu halten, insbesondere bei der Entscheidungsfindung in zentralen Fragen. Die ursprüngliche Idee einer gemeinsamen „Frauen-DFL“ am DFB-Campus scheiterte daran.
Ausblick und weitere gespräche
Der FBL e.V. will nun alternative Formen einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem DFB suchen. Ob und wann die neue Organisation an den Start gehen kann, bleibt unklar. Die Zukunft der Frauen-Bundesliga hängt von einer konstruktiven Lösung zwischen den Vereinen und dem DFB ab. Der aktuelle Stand zeigt, dass dies kein einfacher Weg sein wird.
