Ferrara zieht die karte: spalletti bleibt, juve jagt den titel

Ciro Ferrara hat gesprochen – und das klingt wie ein Befehl. Der Ex-Verteidiger verlangt den Verbleib von Luciano Spalletti auf der Juve-Bank, schwärmt von Inters Notnagel Chivu und schickt Maldini in die FIGC-Zentrale. Kurz: Das alte italienische Abwehr-Biest mischt das ganze Kalkül der Serie A auf.

Spalletti bekommt das vertrauen – unabhängig vom tableau

„Die Verlängerung bis 2028? Pflicht“, sagt Ferrara in einem Gespräch mit DAZN. Juve habe zu viele Punkte liegen gelassen, das stimmt. Doch die Chancenbilanz sei „brutal positiv“. Bergamo war der Beweis: drei Punkte, erkämpft mit zehn Mann. „Wenn du so oft auf das Tor schießt, dreht das Blatt früher oder später. Spalletti kennt die Mechanik des Erfolgs, er hat die Kabine, er hat die Erfahrung.“

Die Konsequenz: Turin darf nicht nach Champions-League-Plätzen jonglieren, sondern muss wieder nach vorne schielen. „Zuerst jagst du das Trikot, dann kommt die Kohle von alleine“, donnert Ferrara. Ein Satz, der in den Ohren der Agnelli-Familie klingt wie ein Weckruf aus besseren Zeiten.

Vlahovic-frage: ferrari mit lkw-motor, aber teurem benzin

Vlahovic-frage: ferrari mit lkw-motor, aber teurem benzin

Bei Dusan Vlahovic zieht der Weltmeister von 1982 eine klare Kreditlinie. „12 Millionen Netto? Vergiss es. Bei der Hälfte darf er bleiben – dann als Ergänzung, nicht als Anführer.“ Ferrara sieht im Serben einen „Ferrari mit Lkw-Verbrauch“: physisch top, aber das Gehalt frisst die Bilanz. Juve müsse sich fragen, ob ein Stürmer, der in engen Spielen den entscheidenden Touch vermissen lässt, die Gehaltsmasse sprengen darf.

Inter schon jetzt meister – chivu glänzt als krisenmanager

Inter schon jetzt meister – chivu glänzt als krisenmanager

Die Meisterschaft? Gelaufen, sagt Ferrara. „Inter wird gewinnen, und Chivu hat das Ruder fest im Griff.“ Der Rumäne habe eine „super-deep“ Truppe souverän durch die Zweifelphase gelotst. Calhanoglu nennt er den „Herzschrittmacher“, Pio Esposito den „Turbo für die Zukunft“. Auch die Heimschlappe gegen Bodo/Glimt relativiert er: „Einmal ausrutschen erlaubt, wenn du ansonsten Tempo machst.“

Napoli ohne verletzungspech? conte wäre bis zuletzt dran

Napoli ohne verletzungspech? conte wäre bis zuletzt dran

Der Gedanke an ein fitteres Napoli lässt Ferrara kurz nachdenken. „Mit Osimhen und Kvaratskhelia auf dem Rasen hätte Conte Inter gezwickt.“ Dennoch lobt er den Gewinner in Antonio: Supercup, wahrscheinlich Rang zwei – ein Erfolg, der angesichts der Lazareth-Liste beeindruckt. Kontroverse Gespräche mit Präsident De Laurentiis hält er für „normale Saison-End-Atmosphäre“. Conte bleibe die „perfekte Kampfführung“ für den Süden.

Milan unter druck: allegri muss champions-league-riegel finden

Beim AC Milan sieht Ferrara eine Mannschaft, die „den Schalter wieder hochdrehen“ muss. Die Niederlage gegen Napoli habe die Moral gebremst, das Spiel in Verona wird zur Zerreißprobe. „Allegri kennt die Drucktaste, aber er muss sie auch drücken“, fordert der Analyst. Zweiter Platz reicht nicht, wenn das Budget auf Champions-League-Prämien kalkuliert ist.

Figc-frikadelle: maldini soll ran, malagò oder abete als präsident

Zum Abschleder wirft Ferrara einen Blick auf den italienischen Fußball-Pyramidenstumpf. Drei WM-Turniere ohne Azzurri – „ein kultureller Tiefschlag“. Die Lösung: weniger Quotengeflüster, mehr Spielpraxis für Talente. Als sportlicher Leiter würde er Paolo Maldini sofort einsetzen. „Er atmet Fußball, er versteht Markt, er versteht DNA.“ Für den Präsidentenposten nennt er zwei Kandidaten: Giovanni Malagò bringt das Olympische Netzwerk mit, Giancarlo Abete kenne er aus Erstligazeiten als „strukturierten Verhandlungsführer“. Entscheidend sei, dass endlich jemand die Kampfansage an die Entwicklungslücken ausspricht.

Ferrara hat gesprochen. Die Serie A hat die Weichenstellung erhalten. Jetzt liegt es an den Klubs, ob sie dem ehemaligen Stopper folgen – oder wieder ein Jahr lang hinterherlaufen.