Der tag, an dem der kaiser sein blaues auge sah: bayerns pleite in bremen
- Der tag, an dem der kaiser sein blaues auge sah: bayerns pleite in bremen
- Die vorgeschichte: rache für 1995
- Rehhagels rache und herzogs vorahnung
- Beckenbauers comeback und das blaue auge
- Spielverlauf: bremen dreht das spiel
- Die folgen: dortmunds meisterschaft
- Beckenbauers erklärung und die interne kritik
- Die bittere wahrheit
Der tag, an dem der kaiser sein blaues auge sah: bayerns pleite in bremen
Vor rund 30 Jahren erlebte der FC Bayern München eine denkwürdige und schmerzhafte Niederlage bei Werder Bremen. Es war eine Zeit großer Spannungen und Intrigen, in der ein altes Duell neu entflammte und der legendäre Franz Beckenbauer, der als Trainer zurückgekehrt war, einen bitteren Rückschlag einstecken musste.
Die vorgeschichte: rache für 1995
Die Rivalität zwischen Bayern München und Werder Bremen war Mitte der 90er Jahre besonders angespannt. 1995 hatten die Bayern den Bremern in letzter Minute die Meisterschaft versalzt. Diese Niederlage hallte noch nach, als sich die Teams im Frühjahr 1996 wieder gegenüberstanden. Der Wechsel von Andy Herzog zurück nach Bremen und dafür Mario Basler zum FC Bayern sorgte zusätzlich für Aufregung.

Rehhagels rache und herzogs vorahnung
Die Entlassung von Otto Rehhagel in München hatte die Stimmung weiter angeheizt. Herzog bemerkte vor dem Spiel: „Die Bremer werden doch nicht den Otto rächen wollen?“ Die Brisanz war enorm. Bayern, punktgleich mit Borussia Dortmund, brauchte dringend einen Sieg, um im Meisterschaftskampf zu bestehen. Bremen hatte die Möglichkeit, die Bayern auszustechen und die Erinnerung an 1995 zu korrigieren.
Beckenbauers comeback und das blaue auge
Das Comeback von Franz Beckenbauer als Trainer war der eigentliche Aufhänger. Er galt als Mann, der alles zu Gold verwandeln konnte. Doch schon am Tag vor dem Spiel erlitt der „Kaiser“ einen unglücklichen Treffer beim Training – ein Ball traf ihn ins Gesicht, sodass er mit einem blauen Auge auflaufen musste. Ein ungewohntes Bild für den sonst so strahlenden Beckenbauer.
Spielverlauf: bremen dreht das spiel
Trotz des blauen Auges startete Beckenbauer vielversprechend. Emil Kostadinov brachte Bayern mit einem Doppelschlag in Führung (14., 23.). Doch nach dem Halbzeitstand von 2:0 drehte Bremen das Spiel. Bernd Hobsch verkürzte (42.) und Marco Bode erzielte zwei weitere Treffer (50., 65.). Ein überragender Oliver Reck im Bremer Tor hielt den Sieg fest. Das Ergebnis: 2:3 für Bremen.
Die folgen: dortmunds meisterschaft
Die Niederlage war ein schwerer Schlag für die Bayern. „Die Bayern erlitten einen nie für möglich gehaltenen Einbruch…“, kommentierte der Kicker. Parallel dazu gewann Borussia Dortmund gegen Leverkusen und baute seine Führung aus. Die Meisterschaft war für Bayern in dieser Saison nicht mehr zu erreichen. Lothar Matthäus gratulierte Dortmund bereits zum Titel.
Beckenbauers erklärung und die interne kritik
Beckenbauer versuchte, die Schuld auf seinen Vorgänger abzuwälzen: „Wir haben nicht heute den Titel verspielt, sondern vorher.“ Intern gab es jedoch Kritik. Thomas Helmer deutete an, dass einige Spieler nicht die nötige Motivation hatten. Trotz der Niederlage konnte Bayern sich aber durch den Gewinn des UEFA-Cups noch rehabilitieren.
Die bittere wahrheit
Die Bayern erlebten eine Saison voller Höhen und Tiefen, die als „FC Hollywood“ in die Geschichte einging. Die Niederlage in Bremen war ein schmerzhafter Beweis dafür, dass selbst ein Kaiser wie Franz Beckenbauernicht immer zaubern kann. Ein Tag, an dem Werder Bremen zum Angstgegner wurde und der FC Bayern mit einem blauen Auge das Feld verlassen musste.
