De sanctis preis: del piero blickt zurück, brignone kämpft weiter
Rom – Die zweite Auflage des „De Sanctis – Sport, Respekt und Legalität“ Preises hat gestern Abend in Rom für Aufsehen gesorgt. Nicht nur die prestigeträchtige Location, die Sala Polifunzionale der Präsidenschaft des Rates, sondern vor allem die hochkarätige Besetzung der Jury und die prominenten Gäste zogen alle Blicke auf sich. Roberto Mancini und Claudio Lotito beehren die Veranstaltung, was die Bedeutung des Preises unterstreicht.
Alessandro del piero: „der verpasste wm-traum nagt“
Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand Alessandro Del Piero, der mit dem Preis der Legende ausgezeichnet wurde. Der Fußballstar ließ seine Emotionen sprechen: „Die Ratifizierung und die Trauer über das verpasste WM-Turnier sind groß. Die dritte Nicht-Qualifikation war fast ein Alptraum, aber die Welt des Sports hat sich verändert.“ Del Piero betonte die Notwendigkeit eines Umdenkens und plädierte für gemeinsames Handeln, um die italienische Nationalmannschaft wieder zu alter Stärke zu führen. „Es gibt Nationen, die investiert und an uns geglaubt haben. Ich erinnere mich daran, wie wir in den Momenten, als Mancini mit der Nationalmannschaft gewonnen hat oder wie wir 2006 oder 1982 triumphierten, schwierige Zeiten erlebten. Aber wir Italiener haben uns immer zurückgekämpft, und wir hoffen, dass uns dieser innere Funke nicht fehlt.“

Federica brignone: „olympia war ein kampf gegen die schmerzen“
Auch die Skirennläuferin Federica Brignone wurde geehrt. Die „Königin der Spiele von Mailand-Cortina“ sprach offen über ihre Strapazen: „Ich habe eine schwere Verletzung erlitten, die bis heute Nachwirkungen hat. Ich habe versucht, wieder in ein normales Leben zurückzufinden, aber der Traum, bei den Heim-Olympiade dabei zu sein, war zu groß. Ich habe alles versucht, obwohl es zumindest unwahrscheinlich schien. Es war ein Kampf, schön und kompliziert.“ Ihre Entschlossenheit und ihr Kampfgeist sind wahre Vorbilder.
Neben den großen Namen gab es weitere Würdigungen. Die Organisatoren von Calciosociale wurden für ihr Projekt „Curva dei Miracoli“ ausgezeichnet, ebenso die paralympische Athletin Chiara Mazzel. Tommaso Fumagalli von Reggiana erhielt eine besondere Anerkennung für seine sportliche Geste im Spiel gegen Südtirol. Auch der FC Parma wurde für sein Projekt zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter gewürdigt. Ein bewegender Moment war die Ehrung von Patrik Gronqvist, dem finnischen Rettungsschwimmer, der bei der dramatischen Bergung der italienischen Taucher in den Malediven eine wichtige Rolle spielte.
Gianni Letta schloss die feierliche Zeremonie mit einem ergreifenden Tribut an Alex Zanardi ab. Die Veranstaltung unterstrich eindrucksvoll, dass Sport weit mehr ist als nur Leistung – er steht für Respekt, Legalität und Menschlichkeit.
