Como: vom italienischen urlaubsparadies in die champions league!
Ein Märchen, das im modernen Fußball kaum noch vorstellbar war, wurde wahr: Der Fußballverein Como 1907, einst bekannt als idyllischer Ort am Comer See, qualifiziert sich für die Champions League. Ein Aufstieg, der die Fußballwelt in Staunen versetzt und die Frage aufwirft, ob Como diesen historischen Erfolg nachhaltig umsetzen kann.
Cesc fàbregas: der architekt des como-wunders
Die Reise begann in der dritten italienischen Liga, der Serie C. Nur wenige ahnten, dass Como in so kurzer Zeit die Spitze der Serie A erreichen würde. Der Schlüssel zu diesem beispiellosen Aufstieg liegt zweifellos in der Arbeit von Cesc Fàbregas. Der ehemalige spanische Nationalspieler, der seine aktive Karriere bei Como in der zweiten Liga ausklingen ließ, übernahm im Sommer 2024 das Traineramt und schuf eine Mannschaft, die nicht nur spielerisch überzeugt, sondern auch eine beeindruckende defensive Stabilität aufweist.
Fàbregas selbst äußerte sich stets bescheiden zu den Ambitionen des Teams. „Ich kann mich auf kein Ziel festlegen. Wir müssen ruhig vorgehen – Schritt für Schritt – und eine Kultur und Identität aufbauen, die uns helfen kann, Spiele zu gewinnen“, erklärte er kurz nach dem sensationellen Aufstieg. Diese Bodenständigkeit zahlte sich aus. Wie er selbst anmerkte: „Als ich vor vier Jahren nach Como kam, haben wir uns in einer Bar umgezogen und hatten kein Trainingszentrum.“ Heute, nur wenige Jahre später, steht Como vor dem größten Auftritt seiner Vereinsgeschichte.

Die rolle des geldes: eine unumgängliche betrachtung
Doch hinter dem sportlichen Märchen verbirgt sich auch eine wirtschaftliche Realität. Der Aufstieg von Como wäre ohne die massive finanzielle Unterstützung der indonesischen Brüder Michael Bambang Hartono und Robert Budi Hartono, deren Vermögen auf über 45 Milliarden Dollar geschätzt wird, kaum denkbar gewesen. Die Transferausgaben in den ersten beiden Saisons in der Serie A betrugen satte 227 Millionen Euro, während lediglich 20 Millionen Euro durch Spielerverkäufe eingenommen wurden – ein deutliches Zeichen für die Investitionen in den Kader.
Die Frage, die sich nun stellt, ist: Kann Como mit dieser finanziellen Basis und dem Know-how von Fàbregas in der Champions League bestehen? Der Kader vereint erfahrene Kräfte wie Alberto Moreno und Álvaro Morata mit jungen Talenten wie Nico Paz, der mit 21 Scorerpunkten eine Schlüsselrolle im Angriff spielt. Auch zwei deutsche Spieler, Marc-Oliver Kempf und Nicolas Kühn, tragen zum Erfolg bei.

Defensive stärke und taktische finesse
Besonders beeindruckend ist die defensive Kompaktheit von Como. Mit lediglich 29 Gegentreffern in 38 Ligaspielen weisen sie die beste Defensive der Serie A auf. Dies ist nicht zuletzt dem Einfluss von Fàbregas zu verdanken, der sich an den Lehren von Arsène Wenger orientiert, einem Mentor, den er als „zweiten Vater“ bezeichnet. Wenger lehrte ihn die Bedeutung von Umschaltmomenten und dem Bespielen der Räume – Prinzipien, die Como in Perfektion umsetzen.
Der Marktwert des Teams stieg innerhalb der Saison von 249 Millionen Euro auf 352 Millionen Euro, was die Attraktivität des Klubs für potenzielle Neuzugänge weiter steigert. Die Rahmenbedingungen für Profifußballer könnten kaum besser sein: eine malerische Kulisse am Comer See und ein Weltmeister an der Seitenlinie.
Como hat bewiesen, dass mit Leidenschaft, taktischer Finesse und einer gehörigen Portion Glück auch ein vermeintlicher Fußball-Märchenverein die europäischen Spitzenclubs herausfordern kann. Die kommende Saison wird zeigen, ob Como den Aufstieg in die Königsklasse als Sprungbrett für eine dauerhafte Präsenz an der europäischen Spitze nutzen kann – oder ob es sich um einen flüchtigen Traum handelte. Die Antwort liegt auf dem Platz, aber die Geschichte von Como hat bereits jetzt eine unvergessliche Note erhalten.
