Como: die sensation des calcio – fabregas' philosophie schreibt geschichte!
Der italienische Fußball staunt – und das zu Recht! Der Como FC, eine Mannschaft, die kaum jemand auf der Champions-League-Karte erwartet hätte, sorgt für Furore. Mit einem jungen Kader und einem Spielstil, der an vergangene Zeiten erinnert, katapultierte sich das Team an die Spitze und begeistert die Fans im In- und Ausland. Hinter diesem überraschenden Erfolg steht eine Philosophie, die von einem Mann getragen wird: Cesc Fàbregas.

Der ungewöhnliche mentor: guardiola-poster und die abneigung gegen smartphones
Fàbregas, der ehemalige spanische Nationalspieler, führt den Como FC nicht nur taktisch, sondern auch ideologisch. Seine Methoden sind alles andere als konventionell. In seiner Jugend, so erzählt er im Corriere della Sera, war Fußball seine Obsession: „Ich spielte vor dem Haus gegen die Wand. Im Sommer reichte mir das Geräusch des Balls aus dem Fenster, um in den Hof zu rennen.“ Eine Vergangenheit, die ihn geprägt hat und die er nun an seine Spieler weitergibt.
Doch was wirklich auffällt, ist Fàbregas' rigoroser Umgang mit Technologie. Er betrachtet soziale Medien als eine Ablenkung und eine Quelle der Oberflächlichkeit. „Sie sind eine Illusion, eine Welt, die nicht existiert, voller Roboter und frustrierter Menschen“, erklärt er. Seine Tochter, die mit 13 Jahren die einzige in ihrer Klasse ohne Smartphone ist, beweist seine Überzeugung. Und im Como FC herrscht ein striktes Verbot: „Mindestens bei Mittagessen dürfen keine Handys benutzt werden.“ Ein ungewöhnlicher Ansatz, der aber offenbar Wirkung zeigt.
Die Kritik am modernen Fußball: Weniger Talent, mehr Robotik
Fàbregas scheut sich nicht, die Schwächen des modernen Fußballs anzuprangern. Er beklagt den Mangel an Kreativität und Talent, die zunehmende Defensivorientierung und die mangelnde Geduld der Verantwortlichen. „Heute ist der Fußball zu schnell, jeder muss alles kontrollieren und planen. Das führt zu einem roboterhaften Spiel. Es gibt keinen Platz für Talent oder Kreativität.“ Er kritisiert die kurzsichtige Politik vieler Vereine, die Spieler austauschen, anstatt ihnen Zeit zur Entwicklung zu geben. „Wenn man alle sechs Monate zehn Spieler austauscht, ist es unmöglich, etwas aufzubauen.“
Als Beispiel führt er den FC Arsenal an, dessen Trainer Mikel Arteta in den ersten drei Saisons zunächst schlechtere Ergebnisse erzielte, aber von der Vereinsführung unterstützt wurde und schließlich die Premier League gewann und das Champions-League-Finale erreichte. „Geduld ist eine Tugend, die im modernen Fußball leider selten geworden ist.“, stellt Fàbregas fest.
Ein weiterer Punkt, der Fàbregas zu schaffen macht, ist das Fehlen italienischer Spieler im Kader des Como FC. „Es tut mir leid. Als wir in der Serie B spielten, bestand der Kader zu 95 Prozent aus Italienern und wir haben gewonnen. Auch im letzten Jahr hatten wir viele. In diesem Jahr hatten wir einfach kein Glück, italienische Spieler zu finden, die zu unserem Spiel passen.“ Er betont sein Engagement für den italienischen Fußball und sein Bestreben, die Jugendförderung zu stärken.
Die Zukunft des Como FC bleibt spannend. Mit Fàbregas am Ruder und einer klaren Philosophie im Rücken, scheint alles möglich zu sein. Doch eines ist sicher: Der Como FC hat dem italienischen Fußball eine wichtige Lektion erteilt – eine Lektion über Leidenschaft, Geduld und die Bedeutung des menschlichen Faktors.
