Amorim in milano: wer profitiert vom portugiesischen taktik-wandel?
Ruben Amorim ist da. Der portugiesische Coach wird erwartet, um in Kürze einen Vertrag beim AC Milan zu unterschreiben und die Nachfolge von Massimiliano Allegri anzutreten. Doch was bedeutet dieser Wechsel für die Spieler? Welche Akteure werden von Amorims taktischer Philosophie profitieren, und wer könnte seine Koffer packen müssen?
Pavlovic im rampenlicht: die rückgrat-rolle
Ein Name sticht besonders hervor: Vladimir Pavlovic. Unter Allegri hat sich der serbische Innenverteidiger enorm entwickelt, gewann an Sicherheit in der Defensive und zeigte zudem überraschendes Offensivinstinkt. Amorim, der zwischen einem 3-4-2-1 und einem 3-4-3 oszilliert, scheint Pavlovic als zentrales Element für seine Spielweise zu sehen. In einer Viererkette wäre seine Leistung fraglich gewesen, doch in Amorims System könnte er sich weiter entfalten. Die Frage ist jedoch, ob die anderen Innenverteidiger den Anforderungen des Portugiesen gewachsen sind. Gabbia ist bestenfalls durchschnittlich, und Tomori lässt defensiv zu sehr zu wünschen übrig. Ein Neuzugang in der Innenverteidigung, der technisch versiert ist, scheint daher unausweichlich.
Aber es geht um mehr als nur die Abwehr. Amorim legt Wert auf dynamische Flügelspieler, die sowohl defensiv als auch offensiv einen Beitrag leisten – die sogenannten „Quintos“. Hier könnte Jonathan Saelemaekers seine Chance erhalten. Sein Offensivgeist und seine Explosivität passen perfekt zu Amorims Vorstellungen. Für Yacine Bartesaghi wird es hingegen schwieriger. In der Mittelfeldzentrale gibt es viele Fragezeichen, doch der junge Moubarak Jashari könnte unter Amorims Führung zu einem interessanten Spieler werden.

Leaos zukunft: ein drahtseilakt
Die Situation um Rafael Leao ist delikat. Der Portugiese ist unzufrieden, hat den Kontakt zum Verein verloren und steht angeblich auf der Streichliste. Milan ist bereit, ihn abzugeben, solange ein attraktives Angebot eingeht. Doch was, wenn kein passendes Angebot kommt und Amorim in Leao das Potenzial sieht, ihn in sein System zu integrieren? Im 3-4-3 könnte Leao seine Stärken ausspielen und zu einer zentralen Figur werden. Eine Rückkehr zu alter Stärke wäre möglich, aber nicht garantiert.
Ein Angriff aus Pulisic und Nkunku wäre ein vielversprechendes Projekt. Amorims taktische Flexibilität ist beeindruckend, aber seine Philosophie ist „integralistisch“ – er hält an bestimmten Grundstrukturen fest. Es wird spannend zu sehen, wie sich Amorims Ankunft auf die Kaderplanung und die Spielweise des AC Milan auswirken wird. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um die Zukunft des Klubs zu gestalten.
