Alesi rastet historischen ferrari in monaco aus – 430-ps-v12 jetzt schrott
Jean Alesi kennt die Mauer von Monaco nur zu gut. Am Samstagabend schmierte er mit der Ferrari 312 F1 von 1969 in der berüchtigten Chicane nach dem Tunnel – Vorderachse weg, Kühler kollabiert, 430 PS V12 für die Schrotthälle. Der 61-jährige Franzose blieb unverletzt, doch das Rennauto, das einst Chris Amon und Pedro Rodríguez durch die Grand-Prix-Saison schickte, wird die Strecke vorerst nicht mehr sehen.

Der crash im bild: wie eine ikone zerfetzt
Die Sequenz ist gnadenlos. Heck kommt, Auto dreht sich, Front prallt gegen die Bande – ein Aufprall, der in Sekundenbruchteilen eine Viertelmillion Euro historischer Karosserie in Aluminiumfetzen verwandelt. Für Alesi kein Neuland: 2021 war er in der identischen Kurve mit Lauda’s 312B-74 von der Führung gedreht, 1990, 1994 und 1995 schon als aktiver Pilot wegen Defekten ausgeschieden. 1996 dann der Super-Gau: Motor platzt, Sieg verschenkt, Olivier Panis räumt den einzigen Erfolg seiner Karriere ab. Monte Carlo und Alesi – eine Hassliebe auf Lebenszeit.
Die 312, gebaut für 580 kg Leergewicht, gilt als unausgereifter Sprössling aus dem heißen Sommer ’69. Kein Sieg, nur ein Podest durch Amon – die Matra MS80 mit Jackie Stewart dominierte souverän. Heute ist das Modell unter Sammlern heiß begehrt. Der Schaden dürfte siebenstellig werden, versichert ist das Fahrzeug über den Veranstalter des Historic Grand Prix. Alesi selbst schweigt bislang, doch seinen Blick im Fahrerlager kann man nur so deuten: „Ich komm’ nächstes Jahr trotzdem wieder.“
Für die TSV Pelkum Sportwelt steht fest: Motorsport-Geschichte wird eben nicht nur geschrieben – sie wird auch zerschellt. Und manchmal passiert das ausgerechnet an dem Flecken Asphalt, an dem sich Legenden die Zähne ausbeißen. Der nächste Anlauf? 8. Mai 2027. Dann rollt Alesi vermutlich mit der nächsten Rarität an den Start – und Monte Carlo wartet schon mit offener Rechnung.
