Thw kiel am abgrund: ex-manager schwenker schlägt alarm

Kiel – Der TSV Kiel, einst unangefochtene Dominator der Handball-Bundesliga, steckt tiefer in der Krise als viele Fans befürchten. Nach mageren Siegen undeiner zunehmend prekären Tabellenposition schlägt nun auch Ex-Manager Uwe Schwenker Alarm. Die Zeichen stehen schlecht für die Zebras, und die Frage, ob das Final4 noch erreichbar ist, wird immer lauter.

Die symptome sind unübersehbar

Die jüngsten Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Ein Sieg aus den letzten sechs Spielen, eine unerwartete Niederlage gegen Schlusslicht Leipzig und eine weitere Pleite in Wetzlar. Doch Schwenker sieht tieferliegende Probleme. „Der THW zeigt im Moment mehrere Symptome einer Krise“, so der ehemalige Manager gegenüber handball-world.news. „Da sind natürlich die Ergebnisse, die Niederlagen und der Formeinbruch. Da kommt zum anderen das Verletzungsproblem dazu. Aus meiner Sicht gibt es auch gewisse organisatorische und strukturelle Probleme.“

Verletzungspech und fehlende führung

Verletzungspech und fehlende führung

Besonders scharf kritisiert Schwenker die Abhängigkeit von jungen Talenten. „Wenn der THW auf einen 18-Jährigen angewiesen ist, ist das schon eine schwierige Situation“, kommentiert er die Situation um Rasmus Ankermann. Der HBL-Präsident betont, dass der Aufsichtsrat nun gefordert ist, die Geschicke des Vereins in die Hand zu nehmen. „Der Aufsichtsrat ist für die Kontrolle der Geschäftsführung, für die strategische Ausrichtung und natürlich auch für die weitere Zukunft zuständig.“

Trainerdiskussion? nicht jetzt!

Trainerdiskussion? nicht jetzt!

Obwohl die Ergebnisse düster sind, rät Schwenker von einer übereilten Trainerdiskussion ab. „Größter Fehler wäre es jetzt, einfach nur auf die Ergebnisse zu reagieren“, mahnt er. Vielmehr müsse man die Ursachen der Krise analysieren: „Wo gibt es vielleicht Führungsprobleme? Woran liegt es, dass es so viele Verletzte gegeben hat? Gibt es dafür Ursachen?“

Die zukunft des thw?

Die zukunft des thw?

Schwenker sieht den THW Kiel derzeit nicht in der Lage, „wieder ganz nach vorne zu kommen – dorthin, wo der THW von seinem Selbstverständnis her eigentlich hingehört.“ Doch er zweifelt nicht daran, dass sich die Mannschaft gegen Nexe Nasice durchsetzen wird. „Ich glaube fest daran, dass die Mannschaft das Rückspiel gewinnt und sich das Ticket für das Final4 sichert.“ Dennoch warnt er: „Mir fehlt manchmal so ein bisschen die Sportmanagementkompetenz und die absolute Kompetenz auch von handballerischer Seite in den Aufsichtsgremien des THW Kiels, wo man auch Kontrolle ausüben kann.“