Thun verpasst vorzeitigen titel – bertone: "wir bleiben cool!"

Schock und Enttäuschung im Berner Oberland: Der FC Thun ließ gestern im Joggeli die Chance auf die vorzeitige Meisterschaft aus der Hand geben. Eine 1:3-Niederlage gegen den FC Basel, verschärft durch zwei Platzverweise, lässt die Fans sprachlos zurück. Doch Mittelfeldregisseur Leonardo Bertone zeigt sich unbeeindruckt und mahnt zur Ruhe.

Ein kurzer moment der hoffnung

Die Partie begann vielversprechend für die Thuner. Eine disziplinierte Leistung und die verdiente Führung durch Valmir Matoshi in der 41. Minute ließen auf einen weiteren erfolgreichen Abend hoffen. "Wir sind gut ins Spiel reingekommen, haben unseren Plan umgesetzt", resümierte Bertone nach dem Spiel gegenüber SRF. Doch die Freude währte nur kurz. Nur wenige Sekunden später glich Basel durch Metinho per Fernschuss aus – ein Nackenschlag für die Heimmannschaft.

Die zweite Halbzeit entwickelte sich zu einem intensiven Kampf, in dem die Thuner personell stark dezimiert wurden. Gelb-Rote Karten gegen Fabio Fehr und den bereits ausgewechselten Christopher Ibayi brachten die Verunsicherung deutlich zum Vorschein. "Wenn wir den Ball gewinnen und nicht sauber hintenrauskommen, haben wir viel zu viele Räume in der Mitte. Das müssen wir besser machen", analysierte Bertone die taktischen Schwächen in der Abwehr.

Routinier bertone mahnt zur besonnenheit

Routinier bertone mahnt zur besonnenheit

Trotz der zweiten Niederlage in Folge und der verpassten Chance auf die vorzeitige Meisterschaft, bleibt der erfahrene Bertone gelassen. Er weist jegliche Nervosität in der Mannschaft entschieden zurück. "Das sind ja die Gleichen, die am Anfang gesagt haben, dass wir keine Chance hätten in dieser Meisterschaft. Darum: Wir bleiben cool." Seine Worte sind ein Aufruf zur Ruhe und Selbstsicherheit im entscheidenden Endspurt der Meisterschaft.

Die Entscheidung über den Meister könnte nun bereits am kommenden Sonntag fallen, sollte der FC St. Gallen gegen Sion einen Punkt holen. Bertone wird das Geschehen entspannt verfolgen: "Geniessen wir den Sonntag. Wir setzen uns hin, schauen, was passiert." Sollte St. Gallen gewinnen, haben es die Thuner in Sion noch einmal selbst in der Hand. Bertones Devise für die letzten Spiele ist klar: "Schauen, dass wir es in den eigenen Füssen behalten und den Sieg holen." Denn eines ist klar: Der Kampf um die Meisterschaft ist noch lange nicht entschieden.