Thon steht vor dem titel – doch der kader wird auseinandergerissen
Die Berner Oberländer feiern, die Konkurrenz zählt Tage: Der FC Thon hat den Aufstieg in die Super League so gut wie sicher gemacht. Doch hinter den Kulissen tickt eine Bombe. Sportchef Dominik Albrecht plant bereits den nächsten Umbruch – und der könnte größer werden als erwartet.
Meichtry, rastoder, steffen: die begehrten
Sechs Leistungsträger stehen auf dem Zettel von Scouts aus der Schweiz und dem Ausland. Meichtry, Rastoder, Steffen, Matoshi, Reichmuth und Heule – alle haben sich mit ihrer Topform ein Beförderungsticket verdient. Albrecht bestätigt: „Ich rechne mit einem größeren Umbruch als im letzten Sommer.“ Die Worte klingen wie ein Abschied in Raten.
Doch der 45-jährige Sportdirektor bleibt. „Ich habe meinen Vertrag erst kürzlich verlängert und fühle mich hier zu Hause. Drei Kinder, zwei im Schulalter, die Region ist unser Leben.“ Ein Satz, der klingt, als wolle er sich selbst nicht erlauben, an eine Flucht zu denken.

Die kehrseite des erfolgs
Thon ist Opfer seiner eigenen Geschwindigkeit. Die Mannschaft spielte sich mit einem Punkteschnitt von 2,1 pro Spiel an die Tabellenspitze, doch genau diese Zahlen ziehen Klubbosse an wie Motten das Licht. Die Ablösesummen für die Stars würden die Kasse füllen – und die Identität des Teams aushöhlen.
Die Winterpause hat den Leader nicht gebremst. Drei Siege, ein Remis, 8:2 Tore – Thon fuhr nach der Pause weiter auf Sicht. Doch je näher der Meisterpokal rückt, desto lauter wird das Gerüchteorchester. Albrecht muss nun nicht nur Titel, sondern auch Köpfe retten.
Die Saison endet am 27. Mai. Bis dahin muss der Klub wissen, wer bleibt und wer geht. Die Entscheidung fällt nicht nur auf dem Rasen, sondern in Büros, an Telefonen, in Nächten voller Excel-Tabellen. Thon steht vor dem größten Transferpoker seiner Geschichte – und der Gewinner trägt vielleicht schon ein anderes Trikot.
