Tesla plant mega-supercharger mit 400 ladesäulen in der wüste

400 Ladesäulen, ein Cracker Barrel, ein McDonald’s, ein Minimarkt – mitten in der Wüste zwischen Los Angeles und Las Vegas entsteht die größte Schnellladestation der Welt. Tesla baut am Highway 15 beim Rastplatz Eddie World eine Anlage, die nicht einfach nur Strom liefert, sondern zur neuen Adresse für Pendler und Urlauber werden soll.

Los geht’s noch in diesem Jahr. 72 neue V4-Säulen sollen bis Dezember stehen, danach folgen fünf weitere Bauabschnitte, bis 2026 mehr als 400 Lader gleichzeitig aktiv sind. Kein anderes Projekt erreicht diese Zahl – selbst die bisherige Spitzenstation in Harris Ranch (Kalifornien) bleibt mit 98 Punkten weit zurück.

Warum gerade hier?

Die Interstate 15 ist das Wochenende-Blutgefäß Kaliforniens. Jeden Freitag strömen Tausende Richtung Nevada, jeden Sonntag kehren sie zurück. Die Folge: Staus an der Ladesäule, Wartezeiten von über einer Stunde, Tempo 90 auf dem linken Streifen, weil Akkus leer sind. Tesla reagiert mit Rohstoff statt Pflaster: mehr Leistung, mehr Lader, mehr Komfort.

Die neue Generation V4 liefert bis zu 500 kW pro Stelle – genug, um einen Model 3 in unter zehn Minuten wieder auf 80 Prozent zu bringen. Dank 1.000-Volt-Architektur laden auch Fremdfabrikate wie Hyundai Ioniq 6 oder Porsche Taycan mit Höchstgeschwindigkeit. Jeder Verteilerkasten versorgt acht Autos gleichzeitig, früher waren es vier. Platz sparen, Kabel reduzieren, Kosten senken – ein klassisches Tesla-Prinzip.

Shopping während des ladevorgangs

Shopping während des ladevorgangs

Wer denkt, Tankstellen sind langweilig, kennt Eddie World noch nicht. Der komplette Rastbetrieb wird auf 3.500 Quadratmeter erweitert. Cracker Barrel liefert Chicken’n’Biscuits, McDonald’s die Burger, das eigene Convenience-Store kalifornische Craft-Biere und Road-Trip-Snacks. Dazu Drive-through-Automaten, damit niemand seinen Platz an der Ladesäule räumen muss.

Tesla testet damit das Konzept „Laden als Event“. Bereits 2025 eröffnete der Konzern in Hollywood einen retro-Diner mit Rollschuh-Service – ein PR-Coup, der bislang nur mäßig läuft. In der Wüste könnte die Rechnung aufgehen: keine Alternativen, keine Zeitverschwendung, dafür 400 freie Ladesäulen und kaltes Bier. Die Zahl spricht für sich: 30 Prozent aller Neuzulassungen in Kalifornien sind elektrisch, Tendenz steil.

Die erste Phase startet, sobald die Behörden grünes Licht geben. Tesla-Chef Elon Musk twitterte lediglich „Let’s go huge!“ – mehr Kommentar war nicht nötig. Wenn alles nach Plan verläuft, rollt Ende 2026 der erste Stromtourist durch die staubkalte Mojave-Wüste – und braucht nur noch eine Pinkelpause, nicht mehr drei.