Terzic rückt an san mamés: athletic bestätigt schweigepflicht vor valverde-aus

Edin Terzic steht vor dem Sprung in die baskische Glut. Wie mehrere lokale Blätter übereinstimmend berichten, wird der 43-Jährige kommende Saison Athletic Bilbao übernehmen – ein Wechsel, der in Spanien längst als fix gilt, offiziell aber weiter unter Verschluss bleibt.

Warum athletic jetzt schon handelt, aber noch schweigt

Der Deal ist laut Transferexperte Matteo Moretto „so gut wie unterschrieben“. Dennoch verzichten die Vereinsbosse um Präsident Jon Uriarte auf eine öffentliche Verkündung. Respekt vor Ernesto Valverde, der den Klub nach zwei Amtszeiten und fast zehn Trainerjahren im Sommer verlässt. Dazu kommt: Mit nur sechs Spieltagen bis Saisonende trennen die Leones drei Punkte von Rang sechs – dem letzten Tickets für Europa. Interne Unruhe passt nicht ins Kalkül.

Terzic selbst ist seit seinem Abschied vom BVB im vergangenen Sommer arbeitslos. In Dortmund feierte er den Pokalsieg 2021, verpasste die Meisterschaft 2023 um haarscharfe zwei Punkte und führte den Verein 2024 ins Champions-League-Finale. Seine emotionale Ausstrahlung und die Fähigkeit, junge Spieler zu formen, machen ihn für das Baskenprojekt attraktiv.

Die baskische dna: mehr als nur fußball

Die baskische dna: mehr als nur fußball

Athletic verpflichtet ausschließlich baskische Spieler oder solche, die in baskischen Nachwuchsakademien ausgebildet wurden. Ein Trainer muss diese Philosophie nicht nur akzeptieren, sondern vorleben. Terzic’ Vorgänger Valverde war selbst als Spieler für die Rot-Weißen aktiv, kennt also jede Gasse von Bilbao. Der Deutsche muss sich diese kulturelle Nähe erst erarbeiten – bei San Mamés schreien 40 000 Stimmen, wenn die Mannschaft das Lezama-Erbe verrät.

Die sportliche Lage ist alles andere als komfortabel. Nach dem 0:2 in Girona sackte Athletic auf Tabellenplatz neun ab. Die Defensive kassierte in den letzten fünf Partien acht Gegentore, die Offensive schießt nur alle 171 Minuten. Terzic’ erste Aufgabe wird lauten: eine defensive Grundordnung finden, ohne die typische, aggressive Pressinglinie zu verlieren.

Ein Detail verrät viel: die Zeitung AS widmete Terzic bereits eine ganze Seite – „Terzics Herausforderungen bei Athletic“ – und listet drei Szenarien auf: Europa-League-Quali als Minimum, Top-7 als Erfolg, Top-4 als Meisterstück. Kein Wort über Budget, kein Blatt fordert Titel. Die Erwartungshaltung ist klar: Terzic soll Stabilität bringen, nicht Feuerwerk.

Für Terzic ist der Job mehr als eine neue Station. Es ist die erste Auslandserfahrung, das erste Mal, dass er nicht im Schatten von Signal Iduna Park arbeitet. Die baskische Identität wird ihn formen – und er muss sie formen. Sonst verschlingt ihn San Mamés, bevor das neue Spieljahr begonnen hat.