Terminknaller: dfb-pokal-halbfinals drohen donnerstag, weil bundesliga sonntag blockiert

Der 30. Spieltag schlägt ins Kontor der Pokalplaner. Drei der vier Halbfinalisten müssen am Sonntag ran – und zwingen den DFB, den Spielplan umzureißen. Die Folge: Ein Pokal-Duell rutscht möglicherweise auf Donnerstag, 23. April, ein Tag, der bisher für Europa-League-Semifinals reserviert war.

Die Zahlen sind hart: Deniz Undav und der VfB Stuttgart spielen am Sonstag 17.30 Uhr in München, SC Freiburg empfängt um 15.30 Uhr 1. FC Heidenheim. Dazwischen liegen 48 Stunden, nicht die geforderte 72. Die DFL selbst schreibt „mindestens zweitägige Spielpause“ vor – ein Wort, das sich schnell als Interpretationsspielraum entpuppt.

Warum bayern und stuttgart besonders betroffen sind

Die Rekordmeister sind zugleich Champions-League-Kandidat. Sollte der FC Bayern das Viertelfinale überstehen, steht am 28./29. April das Halbfinale im Europapokal an. Ein Pokalspiel am Donnerstag würde die Karten neu mischen – und die physischen Grenzen der Spieler testen. Leverkusen ist ebenfalls noch international vertreten, womit sich die Probleme potenzieren.

Die TV-Partner schauen genauer hin. Zwei Halbfinals am Mittwoch? Ein Sender müsste in die Vorabend-Schlussphase wechseln, die Quote leidet. Eine Partie auf Donnerstag zu verfrachten, würde wiederum die Bundesliga-Rückrunde durcheinanderbringen: Freiburg müsste am 31. Spieltag nach Dortmund, Stuttgart empfängt Werder Bremen – und plötzlich stehen drei Spiele in sieben Tagen auf dem Plan.

Die lösung kommt spät – und wird knapp

Die lösung kommt spät – und wird knapp

Der DFB kündigt „finale Abstimmung mit allen Partnern“ an, sprich: DFL, Sky, ARD, ZDF und UEFA. Die Entscheidung fällt frühestens in der kommenden Woche, spätestens aber am 27. März 2026, wenn die UEFA die Achtelfinal-Rückspiele absegnet. Bis dahin bleibt alles offen – inklusive des Szenarios, dass ein deutscher Klub im Europapokal ausscheidet und die Termin-Falle entschärft.

Die Spieler jubeln nicht. Undav lacht im Mixed Zone nur müde: „Wir rennen von Wettbewerb zu Wettbewerb, irgendwann bricht der Körper.“ Die Statistik gibt ihm recht: Seit Januar absolvierte Stuttgart bereits 21 Pflichtspiele, Tendenz steigend. Die Belastungskurve zeigt nach oben, die Regenerationszeit nach unten.

Für Fans heißt es: Kalender offenhalten. Tickets erstmal nicht binden, Züge noch nicht buchen. Der Pokal ist das Herzstück des deutschen Fußballs, aber sein Taktgeber heißt momentan Fernsehen und internationale Terminjustiz. Am Ende gewinnt, wer die meisten Flugmeilen sammelt – und wer die dünne Gratwanderung zwischen Pokal-Traum und Liga-Alltag nicht verliert.